Baden

Das Festival «One of a Million» feiert Geburtstag – und findet dieses Jahr auch in Wettingen statt

Das Badener Musikfestival One of a Million sucht sich jedes Jahr besondere Bühnen für seine über 50 Konzerte, wie 2019 das Restaurant Rebstock

Das Badener Musikfestival One of a Million sucht sich jedes Jahr besondere Bühnen für seine über 50 Konzerte, wie 2019 das Restaurant Rebstock

Am Freitag startet die zehnte Ausgabe des Badener Musikfestivals. Die Künstler reisen dafür per Zug, Bus oder Schiff an.

Ob im Werkhof der Stadt Baden, im Kino Orient in Wettingen oder im Badgasthof zum Raben an der Limmat: Das Festival One of a Million (OOAM) verwandelt ab Freitag zum zehnten Mal ganz Baden in eine Bühne und überschreitet erstmals die Stadtgrenze nach Wettingen. Die Musik stehe auch an der Jubiläumsausgabe im Vordergrund, sagt Nik Fischer.

Er ist Gründer und Teil der Festivalleitung. «Wir wollten den gewohnten Rahmen sprengen, neue und ausgefallene Orte bespielen.» So sind zu den 19 Spielorten acht neue hinzugekommen. Insgesamt treten an neun Tagen 56 Acts aus der Schweiz und dem Ausland auf. Eingefleischte Musikfans können sich jedes Konzert ansehen – keines findet parallel statt. Zahlreiche Konzerte sind zudem gratis.

Zum ersten Mal verwandelt das OOAM ein Kino in einen Konzertsaal. Im Wettinger «Orient» vertont Gablé aus Frankreich live Cartoons aus den 30er-Jahren. «Und im grossen Lagerraum des Werkhofs findet wohl das erste Konzert überhaupt statt», sagt Fischer. Auch die Berufsfachschule BBB am Martinsberg wird zur Bühne – mit dem Raum des Kunstlehrstuhls, dem Gartensaal und der Aula gleich drei Mal.

Wobei das Konzert in der Aula mehr ein Klangerlebnis sei als ein reines Konzert, sagt Fischer. Der britische Künstler Daniel Coperman steht für sein Projekt «Angstkiste», mit dem er in Baden zum ersten Mal überhaupt live auftritt, mitten im Raum. «Die Zuhörer können im Kreis um ihn herum stehen, liegen oder laufen.» Die Aula werde so zum Auditorium.

Schweizer Volksmusik zum ersten Mal vertreten

Nicht nur bezüglich Spielstätten gibt es Neuerungen. Das ohnehin schon breit gefächerte Festival zeigt mit den Schwestern Evelyn und Kristina Brunner aus Thun zum ersten Mal auch Schweizer Volksmusik. «Mit dem Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass spielen sie klassische, aber auch moderne und offene Interpretationen der Volksmusik», sagt Fischer. Neben deutschem Rap, mit Instrumenten aufgeführtem Minimal-Techno aus Japan oder Klavier-Klängen aus Frankreich sind auch lokale Künstler zu entdecken.

m neunten Festivaltag legen Musikschaffende aus der Region in der Stanzerei auf, und «Sorbet» spielt in der Wettinger Löwenscheune. Wer sich hinter der vierköpfigen Band verbirgt, wird noch nicht verraten. «Das soll noch ein Weilchen ein Geheimnis bleiben», heisst es auf der Webseite des Festivals.

Schon länger zentrales Anliegen ist die Nachhaltigkeit: Die Verpflegung am Festival ist seit Jahren vegetarisch und wird aus regionalen sowie saisonalen Produkten zubereitet. In Zusammenarbeit mit den Regionalwerken Baden stellte das Festival ein Nachhaltigkeitskonzept auf, seit 2017 ist das OOAM CO2-neutral, der gesamte Strom stammt aus erneuerbaren Energien.

«Das Festival ist in Baden zu Hause»

Für die zehnte Ausgabe formulierte das OOAM in den Angeboten an die Künstler erstmals die Bedingung, nicht mit dem Flugzeug anzureisen. Bei Bands aus Übersee wird darauf geachtet, dass sie bereits auf Tour in Europa sind und nicht extra für das OOAM anreisen.

Denn: «Die Rockmusik beispielsweise ist stark verankert in Nordamerika oder England. Darauf zu verzichten wäre ein extremer Schritt», sagt Fischer. Auch soziale Nachhaltigkeit sei wichtig. So reist im Rahmen eines Austauschprogrammes eine Delegation aus Tunesien an – mit Schiff und Zug.

Im Laufe der Jahre stieg die Zuschauerzahl stetig an, 2018 brach das Festival mit 4000 Besuchern den Rekord. Mit dem OOAM nach Zürich zu ziehen, kommt aber für Fischer nicht in Frage: «Das Festival ist hier in Baden zu Hause, das bleibt auch so.»

Die Stadt biete auf kompaktem Raum in kurzer Distanz zueinander zahlreiche spannende Orte, die man bespielen könne. «Das gibt dem Festival eine eigene Qualität – in Zürich würde das so nicht funktionieren.»

Bilder vom «One of a Million»-Festival 2019

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