An der Badenfahrt, die alle zehn Jahre stattfindet, sowie auch den Stadtfesten beteiligen sich traditionellerweise nicht nur Bewohner und Vereine Badens, sondern auch der umliegenden Gemeinden. Vielen in guter Erinnerung ist beispielsweise «Little Wettige» aus dem Jahr 2012, als Badens Nachbargemeinde im Kriesi-Areal mit fünf Beizen sowie einem Open-Air-Theater ein ganzes Quartier in Beschlag nahm. Ermöglicht wurde dieses Engagement auch durch einen finanziellen Beitrag der Gemeinde von 95'000 Franken.

Auch Obersiggenthal hat sich an den vergangenen Badenfahrten jeweils finanziell beteiligt. 1997 wurden 45'000 Franken, zehn Jahre später Beiträge in Höhe von 75'000 Franken budgetiert. Damit ist nun Schluss, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt.

«Aufgrund der finanziellen Situation hat der Gemeinderat entschieden, dass für die nächste Badenfahrt 2017 keine finanziellen Beiträge zur Verfügung gestellt werden können.» Eine Beteiligung aus Obersiggenthal an der Badenfahrt sei somit nur durch Vereine oder eigenständige Organisationen ohne Gemeindebeteiligung möglich.

Die finanzielle Situation ist angepannt, weil Obersiggenthal im vergangenen Jahr unerwartete Steuerrückgänge in Millionenhöhe hinnehmen musste. Noch immer ist die politische Diskussion im Gang, auf welcher Höhe der Steuerfuss im laufenden Jahr festgesetzt werden soll.

Bedauern bei den Organisatoren

Aus rein finanzieller Sicht habe der Absprung Obersiggenthals für die Badenfahrt keine Folgen, erklärt Jürg Braga, der Vizepräsident des Organisationskomitees. «Denn die Beiträge der umliegenden Gemeinden landen nicht im offiziellen Badenfahrt-Budget, sondern kommen auf direktem Weg den Vereinen und Projekten aus den jeweiligen Ortschaften zugute», sagt Braga.

Für die Vielfalt des Festes sei es aber auf alle Fälle bedauerlich, dass die Gemeinde Obersiggenthal nicht offiziell vertreten sei. «Bei den vergangenen Badenfahrten war Obersiggenthal jeweils mit hervorragenden Festbeizen präsent. Darum bedaure ich es persönlich sehr, dass nun keine Beiträge gesprochen werden.»

Oliver Eglin, Badenfahrt-Finanzchef, würde sich wünschen, dass Obersiggenthal seinen Vereinen wenn schon keinen Beitrag, dann zumindest ein Darlehen gewähren könnte. «Die allergrösste Mehrheit der Beizen machten in der Vergangenheit an den Badenfahrten oder am Stadtfest Gewinn.»

Grundsätzlich sei Kreativität aber wichtiger als Geld, ist Eglin überzeugt. «Beim Stadtfest 2012 war ich Mitglied des Teams, welche den Preis für die attraktivste Beiz gewann. Unser Budget war nicht gross. Entscheidend für den Erfolg einer Beiz ist eine gute Idee.»