Die Kindertagesstätte Goldiland kann gebaut werden. 2400 Stimmzettel gingen ein, 1436 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urne. Im neuen Gebäude können Mittagstisch, Tagesstrukturen und Kinderkrippe unter einem Dach vereinigt werden, diese Angebote sind derzeit noch auf mehrere Standorte in der Gemeinde verteilt. Rund 150 Kinder können im Goldiland gleichzeitig betreut werden.

Gemeinderätin Therese Schneider zeigte sich hocherfreut: «Das Abstimmungsresultat ist deutlich ausgefallen, obwohl es sich um einen hohen Kredit handelt», sagt sie. «Das Ergebnis bestätigt nun, dass unsere langjährige Planung sorgfältig und gut war.» Sie habe stets damit gerechnet, dass der Kredit für das Goldiland angenommen werde, aufgrund von Rückmeldungen und der Stimmung in der Gemeinde. Etwas erstaunt sei sie gewesen über den geringen Widerstand im Vorfeld der Abstimmung. «Im Einwohnerrat hatte es zum Teil heftige Voten gegen das Projekt gegeben. Nun beschränkten sich die Gegner auf einige wenige Leserbriefe.» Kritiker hatten die Befürchtung geäussert, man rechne mit Zusatzkosten in den kommenden Jahren. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Kostenrahmen einhalten werden. Es gibt keinen Grund, vom Gegenteil auszugehen, gab es doch in der Vergangenheit wenig Abweichungen.» Läuft alles nach Plan, wird mit den Bauarbeiten im kommenden Frühling begonnen. Die ersten Kinder sollen im Goldiland Ende 2016 betreut werden, sagt Schneider.

Ein überparteiliches Komitee (BDP, FDP, CVP, Grüne und SP) hatte für das Goldiland gekämpft. Erich Schmid (CVP) spricht von einem «schönen Ergebnis». «Wir hatten uns im Vorfeld gut 60 Prozent Ja-Stimmen erhofft, dieses Ziel haben wir nur ganz knapp verpasst.» Die hohen Kosten seien das einzig wirkliche Argument gegen das Goldiland gewesen, ansonsten seien den Gegnern die Argumente ausgegangen. Das Abstimmungsergebnis sei zu interpretieren als deutliches Ja für den Familienwohnort Obersiggenthal. Das überparteiliche Komitee sei gut vorbereitet gewesen auf den Abstimmungskampf, Schmid spricht von einer «Leserbrief-Kampagne», die man durchgezogen habe, obwohl der Widerstand der Gegner eher gering war.

SVP-Einwohnerrat Patrick Hehli sagt, die Niederlage habe sich abgezeichnet, er sei nicht überrascht vom Ergebnis. Die 40 Prozent Nein-Stimmen zeigten aber, dass nicht nur die SVP gegen den Neubau stimmte, sondern auch Mitglieder anderer Parteien. «Das Problem ist, dass unsere Gemeinde in den kommenden Jahren noch einige Millionen-Projekte stemmen muss. Zu wenige Wähler waren sich dessen vor der heutigen Abstimmung bewusst.» Die SVP müsse Selbstkritik üben, sagt Hehli: «Unser Abstimmungskampf war nicht optimal. Wir sind zu spät eingestiegen, Nein-Plakate zum Beispiel hätten wir früher aufhängen müssen. Vor allem waren unser Abstimmungskampf viel zu brav.» Für die SVP sei das Thema Goldiland aber noch nicht beendet. «Wir werden die Kostenentwicklung sehr genau beobachten. Wir befürchten, dass sich während der Bauarbeiten herausstellt, dass die Kosten ansteigen.» Auch sei man gespannt, ob sich das Argument der Befürworter bewahrheitet, dass sich jeder investierte Franken 1,6-fach zurückbezahlen werde. (pkr)