Untersiggenthal
Das «Goldwändli» soll zur Limmat wachsen

Weinbau Baumgartner plant in Rieden den Anbau von 700 neuen Rebstöcken auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern. Rund 5000 Franken würde die Terrassierung des Geländes kosten.

Nadine Böni (Text) und Walter Schwager (Fotos)
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Hier an der Landstrasse in Rieden sollen auf Querterrassen schon bald Reben wachsen.

Hier an der Landstrasse in Rieden sollen auf Querterrassen schon bald Reben wachsen.

Aargauer Zeitung

Wer regelmässig auf der Landstrasse durch Rieden fährt, dem ist es vielleicht aufgefallen: Zwischen Landstrasse und Limmat fehlen auf Höhe der momentanen Baustelle seit dem Frühling rund ein halbes Dutzend Weiden. An ihre Stelle sollen schon bald Weinreben treten. Der gelernte Winzer und Önologe Lukas Baumgartner aus Tegerfelden hat bei der Gemeinde Obersiggenthal ein Baugesuch zur Erstellung von Querterrassen eingereicht. Das Baugesuch liegt noch bis zum 22. August auf der Gemeinde auf.

Baumgartner plant, auf dem steilen Stück Land zwischen Landstrasse und Limmat acht bis zehn Querterrassen – die Terrassen verlaufen parallel zur Landstrasse – zu bauen. Auf jeder dieser Erdtreppenstufen soll eine Reihe Reben angepflanzt werden. «Auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmeter würden so rund 700 Rebstöcke Platz finden», rechnet Baumgartner vor.

Terasseriung für 500 Franken

Rund 5000 Franken würde die Terrassierung des Geländes kosten. Die Bepflanzung und Pflege bis zur ersten Lese noch einmal 20000 bis 25000 Franken. «Bei idealem Verlauf können wir im Frühling anpflanzen. Dann gäbe es 2015 den ersten Ertrag», sagt Baumgartner. Er möchte auch auf dem neuen «Goldwändli» – wie schon auf den bisherigen Parzellen oberhalb der Landstrasse und im Geissberg – Blauburgunder/Pinot noir anpflanzen.

Rieden und die Goldwand seien ein wichtiges Standbein für den Betrieb, sagt Baumgartner. «Es macht Sinn, dass wir hier ausbauen.» Auch, weil die Goldwand «eine der besten Lagen im Kanton Aargau ist», wie Baumgartner erklärt. Kommt hinzu, dass die Rebbau-Flächen an der Goldwand zwar beliebt sind, aber nicht wachsen. «Die Fläche nimmt wegen Bauprojekten stetig ab», sagt Baumgartner. Der Weinbaubetrieb Baumgartner Weinbau bewirtschaftet bereits seit 1975 Reben an der Goldwand. Die Hauptfläche des Weinguts befindet sich jedoch in Tegerfelden, Lengnau und Klingnau.

Gemeinde ist zufrieden

Auf Wohlwollen stösst Baumgartners Vorhaben bei der Gemeinde Obersiggenthal. Laut Bauverwalter Thomas Brian sprachen verschiedene Gründe gegen eine Umzonung in eine Bauzone. «Die Bewirtschaftung solch steiler Limmat-Borde ist willkommen», sagt Brian. «Die Reben bringen nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für den Gaumen.» Unterhalb der neuen Reben ist entlang der Limmat ein Fussweg angedacht. «Das ist eine von verschiedenen Varianten, gerade in Anbetracht des geplanten Stegs von Ennetbaden ins Badener Bäderquartier», sagt Brian.

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