Baden
Das grosse Wetteifern um die Gunst der Kochjury

Es brodelt und dampft in der Küche der Berufsschule Baden am Martinsberg. Beim nationalen Kochwettbewerb «gusto11» kämpften neun Kandidaten um die begehrten Preise.

Philippe Neidhart
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Sieger Alex Prack aus Basel, flankiert von zwei Aargauern Michael Graber (links, 2. Platz) lernt im Gasthof Sternern Kloster Wettingen, während Yannick Gerber (3. Platz) für das Park-Hotel am Rhein in Rheinfelden kocht.
16 Bilder
Alex Prack beim eifrigen Kochen
Das Dessert des Siegers
Und der nun preisgekrönte Hauptgang Pracks
Das grosse Wettkochen
Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Grüne-Nationalrat Geri Müller probiert.

Sieger Alex Prack aus Basel, flankiert von zwei Aargauern Michael Graber (links, 2. Platz) lernt im Gasthof Sternern Kloster Wettingen, während Yannick Gerber (3. Platz) für das Park-Hotel am Rhein in Rheinfelden kocht.

Zur Verfügung gestellt

Die neun Finalisten des Lehrlingskochwettbewerbs «gusto11» stehen hoch konzentriert an ihren Arbeitsflächen. Geschickt verarbeiten sie Gemüse zu kleinen Würfeln, die kurz darauf in die Pfanne wandern. Nebenan wird derzeit schon fleissig am Dessert gearbeitet. Belagert werden die Kandidaten dabei nicht nur von zahlreichen Fotografen, sondern auch von einer sechsköpfigen Jury. Mit wachsamen Augen beobachten diese jede Handbewegung der Jungköche. Nebst der richtigen Technik und dem genauen Einhalten des Rezeptes stellt auch die Hygiene einen wichtigen Punkt in der Bewertung dar.

Spass trotz Zeitdruck

Plötzlich klingelt irgendwo eine Küchenuhr und einer der Kandidaten lässt alles stehen und hastet zum Backofen. Daneben beginnt es gefährlich aus einer Pfanne zu dampfen – in letzter Sekunde kann mit etwas Öl Schlimmeres verhindert werden.

Der Druck lastet sichtlich schwer auf den Nachwuchstalenten, denn die Zeit ist knapp bemessen. So muss jeder der Kandidaten einen Hauptgang und ein Dessert kreieren. Trotzdem macht die Arbeit den weiss gekleideten Köchen sichtlich Spass. Für Peter Walliser, Präsident des Schweizer Kochverbandes, leisten die Kandidaten eine grossartige Arbeit: «In ein paar Jahren sind die Kandidaten Spitzenköche.»

Region Baden stark vertreten

Bereits zum siebten Mal wird der Lehrlingskochwettbewerb «gusto» von Howeg unter dem Patronat des Schweizer Kochverbandes organisiert. Das Thema in diesem Jahr war «Surf’n’Turf». Dies ist der Fachbegriff für ein Gericht, das aus einer Kombination zwischen Fleisch und Meeresfrüchten besteht. Über 100 Bewerber sandten Dossiers mit ihren Rezeptideen ein, 9 davon wurden für das Finale ausgewählt. Darunter befinden sich zwei Kandidaten aus der Region Baden. Zum einen Michael Graber, der im dritten Lehrjahr beim Gasthof Sternen Kloster Wettingen arbeitet. Zum anderen hat Nicola Spillmann den Einzug ins Finale geschafft. Für ihn ist dieser Wettbewerb denn auch etwas wie ein Heimspiel, da er seine Lehre im Restaurant Martinsberg absolviert.

Geschmack und Kreativität

Nachdem die Nachwuchsköche ihre Arbeit beendet haben, wird es Zeit für eine zweite Jury, die entstandenen Kreationen zu bewerten. Ein Teller nach dem anderen wird in den hellen Raum neben der Küche gebracht und von den Profis unter die Lupe genommen – schliesslich isst das Auge mit. Dabei ist auch die Kreativität für die sieben Juroren ein wichtiger Faktor. Erst nach genauem Hinschauen wird ein Menü nach dem anderen verkostet. Nach jedem Bissen werden Notizen gemacht, jeder Eindruck muss fein säuberlich notiert werden.

Reise nach Hongkong

Schliesslich werden die Resultate der beiden Jurys miteinander verglichen und die Sieger gekürt. Dem Erstplatzierten winkt ein 14-tägiger Aufenthalt in Hongkong mit Einblick in die Küche des «Disneyland Resorts». Doch nur schon die Finalteilnahme kann ein Sprungbrett in eine grosse Kochkarriere bedeuten. So sind fünf der sieben Mitglieder der Kochnationalmannschaft ehemalige «gusto»-Teilnehmer.

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