Spätestens mit dem Rückzug der Vorlage zum Ersatz der Heizung für Sporthalle, Hallen- und Gartenbad, Oberstufenzentrum (OSOS) und Jugendhaus rückte das Hallen- und Gartenbad definitiv in den Mittelpunkt der Sitzung des Einwohnerrates Obersiggenthal. Wie Gemeinderätin Marie-Louise Nussbaumer erklärte, hat sich der Gemeinderat aufgrund einer Anfrage der Ortsbürger zum Rückzug der «Heizungsvorlage« entschieden. Im Gegensatz zum Gemeinderat, der die Variante «Nur Fernwärme» beantragte, möchten die Ortsbürger – als Energielieferanten – an der Holzschnitzelheizung festhalten. «Die Ortsbürger wollen als Contractor auftreten», sagte Marie-Louise Nussbaumer. «Sie haben jetzt die Möglichkeit, eine Offerte zu stellen. An den Terminen ändert das aber nichts.»

Zurück an den Absender

Arg zerzaust wurde die dreiteilige Vorlage zum Hallen- und Gartenbad. Der Einwohnerrat nahm zwar einstimmig Kenntnis des Berichts zur Betriebsoptimierung und Angebotskonzeption für das Bad. Der Rat folgte aber, mit 22 gegen 12 Stimmen, einem Antrag der FDP, der die Rückweisung jenes Antrages verlangte, wonach «bei der Planung künftiger Sanierungsetappen die vorgeschlagenen Massnahmen berücksichtigt werden». Auch der dritte Teil der Vorlage, ein Kredit von 150 000 Franken zur Erarbeitung eines Sanierungsprojektes für das Bad, fand keine Gnade. Der Kredit wurde mit 21 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Immerhin zeigte sich der Rat – mit 27 Stimmen, ohne Gegenstimmen, jedoch bei einigen Enthaltungen – bereit, einem Antrag der FDP auf einen Kredit von 30 000 Franken zu folgen. Dieser Kredit soll für die Suche nach einem neuen Architekturbüro und dessen Einarbeitung ins Thema Hallen- und Gartenbad verwendet werden, weil das bisherige Büro altershalber aufgelöst wird.

In der Diskussion kam zwar das grundsätzliche Bekenntnis zum Bad deutlich zum Ausdruck. Vermisst wurden in der Vorlage des Gemeinderates jedoch eine Auflistung der zu erwartenden Sanierungskosten sowie Aussagen zur Steigerung der Attraktivität des Bades, zu Massnahmen zur Optimierung des Betriebes und zur künftigen Betriebsform. Im Hinblick auf Sanierungskosten wurde auch die Befürchtung einer «Salamitaktik» laut. Als «mangelhaft» und «nicht aussagekräftig» kritisiert wurden die Ergebnisse einer Analyse des Bades durch eine externe Firma. Frau Vizeammann Franziska Grab versicherte aber, dass es das Ziel des Gemeinderates sei, ein umfassendes Sanierungsprojekt vorzulegen und dass der Einwohnerrat nochmals Gelegenheit haben werde, Stellung zu nehmen. Gemäss Vorlage des Gemeinderates sind für die Werterhaltung des Bades 3,15 Millionen Franken nötig.

Ja zur Wintersauna

Mit 23 gegen 10 Stimmen genehmigte der Einwohnerrat einen Kredit von 186 300 Franken für eine Wintersauna im Hallen- und Gartenbad. Ein Rückweisungsantrag der FDP blieb mit 9 Ja gegen 23 Nein in der Minderheit. Thomas Weber, der Betriebsleiter des Hallen- und Gartenbades, stellte die Wintersauna vor, die in der Region einmalig sein und ein Saunaerlebnis in der freien Natur bieten wird.

Der Kredit von 50 000 Franken für die Schulraumplanung wurde einstimmig genehmigt. Die Antwort des Gemeinderates auf die Anfrage von SP und Grünen nach den Auswirkungen der Leistungsanalyse des Kantons auf Obersiggenthal wurde positiv aufgenommen. Die SVP zog ihre Motion «Lohn statt Sozialhilfe» zurück. Neu eingegangen ist eine Motion der SVP, in der die «Einfrierung der Kosten beim Krippenpool» verlangt wird. Zu Beginn der Sitzung nahm Ratspräsident Stefan Semala als neues Ratsmitglied Marcel Schiesser (FDP) in Pflicht.