Der Einwohnerrat hat am Dienstag mit 38 Ja- zu 10 Nein-Stimmen die Kredite für das Historische Museum im Betrag von total 1,9 Mio. Franken genehmigt. Allerdings mit dem Zusatz, dass davon noch 15 Prozent eingespart werden müssen.

Kulturvorsteherin und Stadträtin Daniela Berger ist mit dem Ausgang der Abstimmung zufrieden. «Ich bin von der guten Diskussion erfreut, und dass vonseiten der FDP noch Hand geboten wurde für eine gute Lösung», erklärt Berger.

Eine Rückweisung hätte einigen Schaden angerichtet, fügt Berger an. Der Stadtrat werde die Lösungsvorschläge aufnehmen. 15 Prozent des Bruttokredites sind Reserve und können nur von der Steuergruppe freigegeben werden.

Kostensteigerung im Fokus

Adrian Humbel kritisiert seitens der FDP die Kostensteigerung gegenüber dem Projektierungskredit im Jahr 2013. Vorlage intensiv diskutiert. Ein gutes Museum sei wichtig, so laute die Meinung der FDP.

Einerseits wolle man ein attraktives Museum. Andererseits würde das Museum bereits heute 1,28 Mio. Franken jährlich kosten. Das bedeute 140 Franken pro Besucher, und künftig noch weitere 25 Franken.

Humbel machte gleich selber Kürzungsvorschläge. Der FDP fehle auch eine Gesamtschau in der Kultur. Darum wolle sie dem Baukredit nicht zustimmen. Serge Demuth (SVP) kritisierte, dass bei der Behandlung der Projektierung im 2013 kein Franken im Investitionsplan für eine neue Dauerausstellung eingestellt worden sei. Die SVP lehnte den Kredit ab: er komme zum falschen Zeitpunkt.

Auch die CVP habe ob der Kostensteigerung leer geschluckt, sagte deren Sprecher Mathias Schickel. Sie habe Sparpotenzial entdeckt. Unter der Bedingung, dass der Stadtrat die Sparmassnahmen umsetzen würde, könne die CVP zustimmen, sagte Schickel.

Unterstützung gab es von der andern Ratsseite: Martina Niggli (Team Baden) verwies auf die ausstrahlende Geschichte der Stadt Baden, die eine anspruchsvolle Sonderausstellung und den finanziellen Aufwand rechtfertige Kultur sei Nahrung, argumentierte Stefan Häusermann (Grüne), darum brauche es diese Ausstellung mit ihrem überzeugenden Konzept.

Erich Obrist (SP) wies auf den langen, im Jahr 2008 von der FDP initiierten Prozess der Erneuerung hin. Die alte Ausstellung sei abgebaut. «Das Museum und deren Ausstellung jetzt nicht zu erneuern, wäre ein Schildbürgerstreich», so Obrist. Der Prozess, der zur Vorlage geführt habe, sei vorbildlich gewesen.

Daniela Berger wünschte in der Diskussion mehr Vertrauen. Berger verwies auf den langen Prozess, die vielen Diskussionen und die gemachten Untersuchungen, die ausserdem aufzeigen würden, dass das Museum im Vergleich mit andern sehr wirtschaftlich funktioniere. Die klimatischen und infrastrukturellen Massnahmen seien es, die den Kredit verteuern. Die neue Dauerausstellung bewege sich bei den budgetierten 2000 Franken pro Quadratmeter.

Das Projektteam bemühe sich, Sponsorenbeiträge hereinzuholen. Laut Berger werde die Abteilung Liegenschaften eingebunden, die Projektleitung liege aber bei der Kultur. Was bei einem Nein sei? «Das Museum bliebe leer, der Ruf einer kulturfreundlichen Stadt wäre ramponiert», so Berger.