Er hat den Umbau des neues Shoppi Tivoli erst möglich gemacht: Thomas Kurer, Verwaltungsratspräsident der Shoppi Tivoli Management AG. Das Gespräch findet in einem Café in der Center Mall statt. Von den vorbeieilenden Besuchern und dem Hintergrundlärm lässt sich der zielstrebige Manager nicht ablenken.

Herr Kurer, am Wochenende hat das neue Shoppi Tivoli seine Tore geöffnet. Was bedeutet die Eröffnung für Sie persönlich?
Thomas Kurer:
Das ist für mich ein ganz grosser Moment. Die Eröffnung ist gleichzeitig auch der Abschluss einer zehnjährigen Arbeit.

Ende 1990er-Jahre liefen die Geschäfte im Shoppi Tivoli nicht mehr sehr gut. Wie schlimm war die Situation wirklich?
Hätte man nichts gemacht, hätte man wahrscheinlich heute – sicher in zehn Jahren – das Einkaufszentrum schliessen müssen.

Was liess Sie an die Zukunft des Einkaufszentrums glauben?
Ganz einfach: Wir wussten vom Detailhandel, dass solche Zentren eine Zukunft haben. Denn wir bieten hier mit 150 Läden und Dienstleistern alles unter einem Dach an. Das ist einfach bequem, vor allem für Familien. Deshalb haben wir auch als Erstes das Kinderparadies ausgebaut, um die Familien wieder anzusprechen.

Der Umbau kostete 280 Millionen Franken. Rentieren sich diese Kosten?
Die Investition ist gesichert. Mit den Geschäftsmieten erzielen wir bereits heute Renditen.

Wie fest haben die Geschäfte unter dem Umbau gelitten?
Interessanterweise fast nicht. Anfang 2009, nach der Finanzkrise, hatten wir kurz Angst. Doch erfreulicherweise spürte die Schweiz die Rezession nicht sehr stark.

Sie haben es erwähnt: Der Umbau dauerte zehn Jahre. Welches waren die grössten Hürden?
Am schwierigsten war es, die Stockwerkeigentümer im Tivoli zusammenzuführen und für das Umbauvorhaben zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und vor allem mit dem für den wesentlichen Teil der Baubewilligung zuständigen Kanton funktionierte sehr gut. Anspruchsvoll war hingegen die Vermietung der grossen Geschäfte.

Stichwort Geschäfte: Es wird immer wieder der gute Mietermix des neuen Shoppi Tivoli erwähnt. Trifft das wirklich zu?
Sagen Sie mir, was fehlt denn?

Fakt ist, es gibt überproportional viele Kleidergeschäfte.
Das ist kein Widerspruch. Ein Einkaufszentrum muss letztlich einfach alles haben. Es ist nun halt einfach so, dass es in der Schweiz viel mehr Kleidergeschäfte gibt als zum Beispiel Lebensmittelketten.

Vor dem Umbau wurde das Shoppi Tivoli mit herumlungernden Jugendlichen, leeren Geschäften und einem hohen Ausländeranteil gleichgesetzt. Jetzt soll ein neues Image her. Die Frage ist wie?
Es ist so, dass uns in schlechten Jahren die guten Kunden verlorengingen und stattdessen eine neue Klientel Einzug hielt. Doch mit der Einführung des Rauchverbots verschwanden die «Hänger». Nach dem Bau der neuen Center Mall passierte nochmals ein Ruck. Grundsätzlich gilt es jedoch, festzuhalten: Ausländer sind gute Kunden und bei uns jederzeit willkommen.

Die Frage bleibt: Wie erhält das Shoppi Tivoli ein neues Image?
Wir werden jedes Jahr neue und noch bessere Angebote bringen und glauben, dass uns die Kunden langsam folgen werden.

Als Markenbotschafter haben Sie DJ Bobo engagiert, der mit seiner Musik vor allem Kinder und Jugendliche anspricht. Ein Zufall?
Nein, weil das Shoppi Tivoli vor allem Familien ansprechen will, eignet sich DJ Bobo hervorragend als Markenbotschafter. Wobei: Es trifft nicht zu, dass DJ Bobo nur ein Teenie-Star ist.

Was lassen Sie sich das Engagement von DJ Bobo kosten?
Konkrete Zahlen geben wir keine preis. Aber es ist sicher nicht so viel, wie uns zum Beispiel ein Roger Federer kosten würde (lacht). Ganz nebenbei: Gemessen an seinem Bekanntheitsgrad, hätte DJ Bobo mehr verlangen können. Doch er ist ein sehr bescheidener Mensch ohne Starallüren. Das macht ihn zum sympathischen und vor allem perfekten Markenbotschafter für uns.

Haben Sie sein Konzert besucht?
Selbstverständlich.

Viele Besucher sprechen heute entweder vom Shoppi oder vom Tivoli. Wie wollen Sie erreichen, dass sich das neue Einkaufszentrum in den Köpfen künftig als Einheit festsetzt?
Wenn sich einmal ein Name im Kopf festsetzt, bringt man ihn nicht so schnell wieder weg. Am Anfang wollten wir den Namen ganz ändern. Wichtig ist einfach, dass der Name Shoppi und Tivoli fällt. Ob allein und in welcher Reihenfolge spielt eigentlich keine Rolle.