Vorweihnachtszeit
Das Kindermuseum in Baden zeigt Krippen aus aller Welt – von traditionell bis kostbar

Das Schweizer Kindermuseum in Baden stellt 70 Weihnachtskrippen aus.

Cristina Wenzinger
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Auch in der Schweiz gibt es talentierte Krippenkünstler. Diese Holzfiguren wurden in Lungern von Josef Gasse hergestellt. Diese Krippe ist ein schönes Beispiel der polnischen Volkskunst. Sie wurde aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt. Diese farbenfrohe Krippe stammt aus Deutschland. Die Miniaturkrippen sind teils nur millimetergross. Diese kleine Krippe stammt aus Mallorca. Diese spezielle kleine Krippe stammt aus Mexiko. Diese Figuren kommen aus Bangladesch. Die Figuren der französischen Krippe sind aus Glas.
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Diese Holzfiguren wurden in Lungern von Josef Gasse hergestellt.
Diese Krippe ist ein schönes Beispiel der polnischen Volkskunst. Sie wurde aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt.
Diese farbenfrohe Krippe stammt aus Deutschland.
Die Miniaturkrippen sind teils nur millimetergross.
Diese spezielle kleine Krippe stammt aus Mexiko.
Diese Figuren kommen aus Bangladesch.
Die Figuren der französischen Krippe sind aus Glas.

Auch in der Schweiz gibt es talentierte Krippenkünstler. Diese Holzfiguren wurden in Lungern von Josef Gasse hergestellt. Diese Krippe ist ein schönes Beispiel der polnischen Volkskunst. Sie wurde aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt. Diese farbenfrohe Krippe stammt aus Deutschland. Die Miniaturkrippen sind teils nur millimetergross. Diese kleine Krippe stammt aus Mallorca. Diese spezielle kleine Krippe stammt aus Mexiko. Diese Figuren kommen aus Bangladesch. Die Figuren der französischen Krippe sind aus Glas.

Alex Spichale Bild: Alex Spichale Bild: Alex Spichale Bild

Josef und Maria beugen sich über ihren Sohn Jesus, der auf Stroh gebettet ist. Dabei wer-den sie vom Ochsen und vom Esel beschützt und über ihnen schwebt der Stern von Bethlehem: So sieht die klassische Weihnachtskrippe aus, die man hierzulande kennt. Dass Krippen aber auch anders aussehen können, zeigt die Ausstellung «Krippen aus aller Welt». Weihnachtskrippen in verschiedenen Formen und Grössen stehen zurzeit im Schweizer Kindermuseum. Sie alle stammen aus der Sammlung von Sonja Kaysel, die das Museum gemeinsam mit ihrem Mann gegründet hat.

Wer das Schweizer Kindermuseum kennt, weiss, dass sie seit über einem Jahrzehnt alljährlich die weihnachtlichen Traditionen und Bräuche eines spezifischen Landes in den Fokus stellen. Dieses Jahr wäre es Spanien gewesen. Aufgrund der aktuellen Lage entschied das Museum jedoch, die Ausstellung «Weihnachten in Spanien» auf 2021 zu verschieben. Trotzdem will das Kindermuseum Weihnachten nicht ganz ausfallen lassen, also haben die Museumsmacher beschlossen, eine Ausstellung der etwas anderen Art zu machen. Die diesjährige Weihnachtsausstellung «Krippen aus aller Welt» zeigt die weltweite Vielfalt an Weihnachtskrippen.

Die Ausstellung ist eher klein, umso grösser jedoch ist die Vielfalt. Ob lebensgross oder im Taschenformat: In vielen Ländern wird Christi Geburt ganz individuell und aussergewöhnlich in Szene gesetzt.

Volkskunst-Krippe aus Polen

Eine der ausgestellten Krippen kommt zum Beispiel aus Polen. «Sie ist ein besonders schönes Beispiel für Volkskunst», sagt Sonja Kaysel. 1993 erwarb sie diese Krippe in Polen. Ursprünglich stammt die Krippe aus der Nähe von Krakau. Sie ist mit dem Jesuskind in der Krippe, Josef und Maria, Tieren, Hirten und Engeln gestaltet. Tradition ist es, dass die ganze Krippe aus nur einem Holzstück geschnitzt worden ist. Die Schöpfer dieser Krippen sind Bauern, Handwerker und Arbeiter. Die meisten leben in entlegenen Landesteilen im Osten und Südosten Polens. Ihre authentischen Bildwerke sind Ausdruck des Glaubens und der Frömmigkeit einfacher dörflicher Menschen. Polnische Weihnachtskrippen haben keinen einheitlichen Stil. Sie sind Arbeiten von Individuen, die ihre eigene Art gefunden haben, sich im Holz auszudrücken. Der Farbenreichtum jedoch, mit dem die Figuren bemalt sind, verleiht der Krippe eine besondere Ausstrahlung.

Eine besondere Art von Krippen sind die märchenhaft anmutenden Krakauer Krippen (polnisch «Szopki») aus Holz, Pappe und buntem Stanniolpapier. Am ersten Donnerstag im Dezember kann man diese Krippen auf dem Krakauer Hauptmarkt bestaunen. Diese Tradition wurde mit dem Unesco-Welterbe ausgezeichnet.

Unter den verschiedenen Krippen in der Ausstellung findet man auch kostbare Exem­plare. So die Krippe aus Frankreich. Sie ist im 18. Jahrhundert vermutlich in Strassburg angefertigt worden. Alle Figuren sind aus Glas geblasen und stehen in einem Paradiesgarten umgeben von kleinen Blumen aus Papier.

Brienzer Krippen aus der Schweiz

«Ebenso speziell ist die bekannte Krippe von Brienz», sagt Sonja Kaysel. Es ist eine Aufstellkrippe mit verschiedenen holzgeschnitzten Figuren. Die Brienzer Krippen sind mittlerweile weltweit bekannt. Vor über 100 Jahren entwarf Hans Huggler-Wyss die ersten handgeschnitzten Krippenfiguren der Schweiz. Noch heute schnitzen sie die Figuren nach Originalmodellen. Eine davon steht im Kindermuseum.

Sonja Kaysel sammelt und beschäftigt sich schon lange mit Volkskunst. Die Krippen stammen aus ihrer persönlichen Sammlung. Sie kennt viele der Künstler persönlich. Zu den rund siebzig ausgestellten Krippen ist sie bereit, ihre Geschichten und Anekdoten in einer Führung weiterzugeben. «Ich kenne viele tolle Geschichten zu den Krippen», sagt sie. Die Ausstellung im Badener Kindermuseum ist noch bis zum 6. Januar, zu sehen.

«Krippen aus aller Welt»: Schweizer Kindermuseum, bis 6. Januar 2021.

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