Baden

Das Kulturlokal «Royal» wird doch kein Baustellenbüro – Zukunft bleibt offen

Der Name Royal erinnert auch an die früheren Zeiten als ältestes Badener Kinohaus

Der Name Royal erinnert auch an die früheren Zeiten als ältestes Badener Kinohaus

Freude im «Royal»: Das ehemalige Kino und Kulturokal wird nun doch nicht wie befürchtet in ein Baustellenbüro umfunktioniert. Wie es mit dem «Royal» jetzt weiter geht, ist offen. Die Gespräche zwischen der Besitzerin, Stadt und der Betreibergruppe Kulturhaus «Royal» laufen.

Der Schock war gross, als im Mai bekannt wurde, dass das Kulturlokal "Royal" im Zuge der Sanierung des angrenzenden Postareals ab 2018 als Baustellenbüro genutzt werden soll. Inzwischen liegt das Baugesuch für das Postareal bei der Stadt auf. Das «Royal» ist jedoch nicht Teil davon. Das Kulturlokal wird nun doch nicht als Baustellenbüro genutzt, wie die Bauherrin Zuriba AG gegenüber dem «SRF Regionaljournal» mitteilt.


Andriu Deflorin von der ehrenamtlichen Betreibergruppe «Kulturhaus Royal» ist sehr erfreut über die gute Nachricht: «Wir haben natürlich grosses Interesse, den kulturellen Betrieb im «Royal» weiter führen zu können», sagt er gegenüber der az. Betreibergruppe, Stadt und Bauherrin führen derzeit Gespräche über mögliche Lösungen für das «Royal». «Die Zukunft des Kulturlokals ist momentan noch offen», sagt Deflorin und fügt an: «Letztlich wird die Besitzerin Zuriba AG entscheiden, wie es mit dem Royal weitergeht.» Vizeammann und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP) bestätigt auf Anfrage, dass die Gespräche noch laufen und deshalb noch nichts spruchreif sei.


7000 Unterschriften für «Royal»
Seit 2011 wird das geschichtsträchtige Gebäude kulturell zwischengenutzt. Das Mietverhältnis zwischen der Grundeigentümerin Zuriba AG und der Stadt Baden wurde immer wieder verlängert, sodass die Kulturbetreiber als Untermieter das Royal weiter nutzen konnten. Inzwischen ist aus dem ältesten Kinogebäude des Kantons Aargau ein weit bekannter und beliebter Kulturbetrieb geworden. Deshalb fand der Gründungsverein Royal Baden deutliche Worte, als bekannt wurde, dass aus dem Kulturbetrieb ein Baustellenbüro werden soll: «Die neusten Entwicklungen sind ein Armutszeugnis für die Badener Kulturpolitik», schrieb der Verein in seiner Stellungnahme.


Am 1. Juni, dem 104. Geburtstag des ehemaligen Kinos, demonstrierten rund 400 «Royal»-Sympathisanten ihren Unmut über die geplante Umnutzung und überreichten dem Badener Stadtrat und Kulturvorsteher Erich Obrist (parteilos) eine Petition zum Erhalt des Kulturbetriebs. Rund 7000 Unterschriften waren zusammengekommen. Die Nachricht vom möglichen Ende des Kulturbetriebs im Royal beschäftigt auch die Politik: Mitte Juni reichte eine überparteiliche Gruppe aus Einwohnerräten ein dringliches Postulat «Royal Baden» ein. Unter anderem sollte der Stadtrat prüfen, «ob und unter welchen Bedingungen ein Erwerb der Grundstücksparzelle, auf der sich das ehemalige Kino Royal befindet, im Hinblick auf eine Weiterführung eines Kulturbetriebs Royal im Sinn und Geist der aktuellen Zwischennutzung möglich ist».

Starkes Signal von Bevölkerung und Politiker
Stadtrat Erich Obrist sagt: «Es ist ein sehr erfreulicher Schritt, den die Bauherrschaft nun gemacht hat.» Bereits als er die Petition mit den 7000 Unterschriften entgegennahm, sagte er, dass die Eigentümerin in diesem Gebäude nach der Revitalisierung des Postareals etwas Gutes realisieren wolle. «Ich denke, der eindrückliche Aufmarsch am 1. Juni und das überparteiliche Postulat der Einwohnerräte waren ein starkes Signal an die Bauherrin und haben vermutlich ihren Teil zum jetzigen Entscheid beigetragen.» Was die Zukunft des «Royals» betreffe, so sei er zuversichtlich. Allerdings kann auch Obrist zu dieser Zukunft derzeit noch keine näheren Aussagen machen. Was das dringliche Postulat seitens Politiker betrifft, so sei dieses für die Einwohnerratssitzung am 29. August traktandiert.

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