Obersiggenthal
Das Label «Energiestadt» braucht es nicht mehr

Der Einwohnerrat wird an der nächsten Sitzung Energielabel und Atomendlager behandeln. Der Gemeinderat verzichtet auf eine Wiedereinführung des Energiestadt-Labels – trotz Motion der Grünen Obersiggenthal.

Yvonne Lichtsteiner
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Atommüll, Energiestadt-Label und die Grünen. Das sind Begriffe, die an der nächsten Einwohnerratssitzung vermehrt fallen werden. Die Traktanden thematisieren Umwelt und Verkehr. Ausserdem wurden zahlreiche Einbürgerungsgesuche behandelt.

Der Gemeinderat verzichtet auf eine Wiedereinführung des Energiestadt-Labels – trotz Motion der Grünen Obersiggenthal. Von 2000 bis 2010 war die Gemeinde Trägerin des Labels. Obersiggenthal ist durch die Kündigung der Mitgliedschaft jetzt die einzige Gemeinde, die auf den Leistungsausweis verzichtet.

Der Grund dafür sind laut Gemeinde vor allem die hohen Kosten. Ausserdem könne sich die Gemeinde aus strukturellen Gründen nicht mehr verbessern. «Alle anderen Gemeinden zahlen schön gläubig weiter, wir aber haben nie einen wirklichen Vorteil darin gesehen», sagt Max Läng, Gemeindeammann von Obersiggenthal. «Ich sehe keinen Grund für eine Wiedereinführung. Wesentlich ist, dass die Gemeinde energiebewusst ist.» Trotzdem fühle sich Obersiggenthal den Werten des Labels verpflichtet.

Den VAO braucht es nicht mehr

Auch die Auflösung des Verkehrsverbandes Aargau Ost (VAO) ist ein Thema. Der Verband wird nach 12 Jahren aufgelöst, das haben alle 27 Mitgliedsgemeinden beschlossen. Grund für die Auflösung: Die Aufgaben des VAO werden nach den neuen gesetzlichen Regelungen durch den Kanton wahrgenommen, er koordiniert neu die Transportwünsche der Gemeinden. Das partnerschaftliche Programm «Badenmobil» wird aber dennoch weitergeführt. Dieses betreibt beim Bahnhof Baden ein Beratungsbüro für Mobilität.

Zum möglichen Bau eines Atommüll-Endlagers äussert sich Max Läng positiv. Auf die Frage der Grünen Obersiggenthal zu möglichen Standorten für ein Atommüll-Endlager hielt sich der Gemeinderat von Obersiggenthal bisher eher bedeckt. Nun äussert er sich dazu wie folgt: «Die Entscheidung für ein Atommüll-Endlager und der mögliche Standort sollten nicht politisch sein. Die Gemeinde ist bemüht, einen geeigneten Standort für Atommüll zu finden.»

Vorbildliche Skandinavier

Was den erfolgreichen Bau von Endlagern betrifft, soll sich die Schweiz eine Scheibe vom fortschrittlichen Finnland und Schweden abschneiden, denn das Thema sei «aktueller denn je». Zudem wurden im August und September elf Einbürgerungsgesuche vom Einwohnerrat geprüft und behandelt. Neun der elf Gesuchsteller haben die Befragung erfolgreich bestanden. Die Bewerberinnen und Bewerber kommen vor allem aus den Ex-jugoslawischen Ländern.

Einwohnerrat Obersiggenthal Do, 27. Oktober, 19 Uhr, Aula Oberstufenzentrum, Nussbaumen.