Ehrendingen

Das Landwirtschaftsland wird in der Gemeinde neu verteilt

Blick von den Lägern auf Ehrendingen, dessen landwirtschaftliche Parzellen umverteilt werden sollen.Archiv/dm

Blick von den Lägern auf Ehrendingen, dessen landwirtschaftliche Parzellen umverteilt werden sollen.Archiv/dm

Die Gemeinde will zerstückelte Parzellen zu grossen Flächen zusammenlegen. So sollen für die Grundeigentümer grössere Grundstücke entstehen.

Das Landwirtschaftsland im ehemaligen Oberehrendingen muss neu vermessen werden –  letztmals geschah dies 1885. Der Gemeinderat will nun nicht nur das Land vermessen, sondern zusätzlich eine Güterregulierung durchführen. Moderne Melioration wird dieser Prozess genannt, der die Gemeinde in den kommenden 10 Jahren beschäftigen wird, falls die Grundeigentümer der Idee zustimmen. Gemeindeammann Renato Sinelli schildert die Problematik: «Im ehemaligen Oberehrendingen gibt es vielerorts sogenannte Hosenträgerparzellen. Das sind kleine, schmale Landstücke, die schwer zu bewirtschaften sind. Ziel einer modernen Melioration ist es, das Land unter den Grundeigentümern so zu verteilen, dass verstückelte Parzellen verschwinden und stattdessen grössere Areale entstehen.»

Bereits vor über 20 Jahren war eine Neuverteilung geplant. Diese wurde aber durch die Grundeigentümer abgelehnt. Grund für den erneuten Versuch ist die digitale Vermessung, die der Kanton durchführen wird. Geschehe dies in einer modernen Melioration, würden die Kosten durch Bund und Kanton subventioniert, erklärt Sinelli. In ehemaligen Unterehrendingen wurde bereits eine Melioration durchgeführt.

Tiefere Produktionskosten

Für Landwirte kann eine moderne Melioration grosse Vorteile bringen, sagt der Gemeindeammann weiter. «Wenn ein Landwirt mehrere Hosenträgerparzellen bewirtschaftet, kann dies aufwendiger sein, als wenn er auf eine einzige grosse Parzelle arbeitet.» Die Produktionskosten bei der Bewirtschaftung könnten dank einer modernen Melioration gesenkt werden, heisst es dazu im technischen Bericht zur geplanten Ehrendinger Melioration. Vorgesehen ist zudem, das Wegnetz zu erneuern oder sogar neu anzulegen, was Fahrzeiten verkürzen könnte. Ausserdem soll auf Wege verzichtet werden, die als unnötig gelten, erklärt Sinelli.

Was aber, wenn ein Landstück besonders wertvoll ist, weil beispielsweise ein einzigartiger Baum darauf steht oder ein Grundeigentümer Land erhält, das sich auf einem Schattenhang befindet? «Je nach Grundstück werden die Besitzer entschädigt», sagt Sinelli. Wer von der Melioration besonders profitiere, müsse auch mehr in den Kostenverteiler bezahlen.

Der Kanton hat die Vorprüfungen für das Projekt bereits abgeschlossen, das Mitwirkungsverfahren läuft. Entschieden, ob die moderne Melioration in Ehrendingen zustande kommt, wird an einer Abstimmung dieses Jahr. Wie das Land verteilt wird, würde erst in drei bis vier Jahren konkret festgelegt.

Wie es auf der Website des Bundesamtes für Landwirtschaft heisst, sollen Meliorationen auch die Kultur- und Naturlandschaft aufwerten. Gemäss technischem Bericht könnte in Ehrendingen mit dem Projekt auch das Naherholungsgebiet aufgewertet werden. Mit Natur und Landschaft soll behutsam und rücksichtsvoll umgegangen werden.

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