Convoy to Remember
Das Leben der Soldaten weckt Erinnerungen

Die Sonne brennt heiss auf Birmenstorf nieder. Trotzdem sind rund 25 000 Besucher gekommen, um den Convoy to Remember zu erleben, das Oldtimer-Treffen für Militärfahrzeuge.

Dieter Minder
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Jeder ein Panzerschütze: Das erlaubte der mit einer Laserkanone ausgerüstete Centurion-Panzer 55, die Ziele standen im Rebberg. Fotos: Emanuel Freudiger

Jeder ein Panzerschütze: Das erlaubte der mit einer Laserkanone ausgerüstete Centurion-Panzer 55, die Ziele standen im Rebberg. Fotos: Emanuel Freudiger

Aber es sind nicht nur Militärfahrzeuge, die an diesem Wochenende zu bewundern waren. Viele der rund 600 Akteure haben sich für die drei Tage in Uniform gestürzt. Uniformen, wie sie seit langen aus der Mode gekommen sind, die aber, wie die älteren Schweizer Soldaten wissen, dass sie im Winter nicht gerade warm, aber im Sommer dafür umso heisser geben.

Reenactor-Gruppen präsentierten Szenen aus dem 2. Weltkrieg, mit Schwergewicht auf dem D-Day und der folgenden Befreiung Europas. Ein Gefangenenlager, ein Wüstencamp der französischen Fremdenlegion und die untergegangene DDR-Volksarmee rundeten die Vorstellungen über ausländische Armeen ab. Die auswärtigen Teilnehmer wohnten während der drei Tage auf dem Areal. In den Teilcamps gab es deshalb nicht nur Unterkunftszelte, sondern auch kleinere oder grössere Feldküchen.

Viele Leute holten ihre Schätze aus den Garagen
25 Bilder
Zuschauer an allen Orten der Convoy Strecke
Zeihens Gemendepraesident Ueli Schenk begruesst die Gaeste
Ueli Maurer beim signieren
Ueli Schenk mit Convoy OK Praesident Adrian Gerwer
Ueber den Boezberg geht es zurueck
Schloss Kasteln in Oberflachs
Patrouille Suisse
Panzer Centurion
Panzerdemonstration
Mit dem Raketenrohr in Stellung
Kriegsgefangenenlager
Herrliches Wetter für einen herrlichen Anlass
Lager der Fremdenlegion
Falschirmaufklärer
Ein Motorradfahrer beim Zwischenhalt in Zeihen
Ein Humvee aus Italien
Durchfahrt durch Bruggs Altstadt
Die HePo sorgt fuer Sicherheit
Der BAT Willys Jeep mit dem rückstossfreien 10.6 Zentimeter-Geschütz
Bundespräsidnet Ueli Maurer bei seiner Ansprache
Defilee mit dem Kavallerie Schwadron 1972
Beim Eingang zur Stadt Brugg werden die Teilnehmer von Bruggs Stapi Daniel Moser empfangen
Amerikanischer Funker
Als ob man mit der Zeitmadschine gereist wäre

Viele Leute holten ihre Schätze aus den Garagen

Emanuel Freudiger

600 Fahrzeuge ausgestellt

Zu sehen waren aber vor rund 600 Militärfahrzeuge, wie Jeeps oder Motorrädern. An den Nummern, schliesslich sind es Zivilfahrzeuge, liess sich erkennen, dass der Convoy nicht eine schweizerische Angelegenheit ist. Holländer, Belgier, Deutsche, Engländer und Amerikaner waren nach Birmenstorf gekommen. Ausnahmslos waren die Fahrzeuge in technisch und optisch hervorragendem Zustand. Kaum einem war anzusehen, dass es 50 oder mehr Jahre auf dem Buckel hat. Das zeigt, dass ihre Eigentümer viel Arbeit in das Hobby Militäroldtimer stecken.

Rundfahrt bis in Fricktal

Zur Tradition des Convoy to Remember gehört jeweils Rundfahrt. Via Schenkenbergertal ging es am Samstag nach Zeihen, wo die Teilnehmer durch die Gemeinde empfangen wurden. Danach führte der Weg via Bözberg und Brugg zurück nach Birmenstorf. Die Strecke war gesäumt von Zuschauern. Viele waren mit ihren in die Jahre gekommenen Zivilfahrzeugen gekommen, ein Beweis dafür, dass das Flair für Oldtimer, ob zivile oder militärische, verbindet.

In Birmenstorf folgte ein kleines Defilee mit Kavalleristen, Bat-Jeeps und Radfahrern. Radfahrer waren nicht ganz zufällig dabei, denn das Defilee wurde von Bundespräsident Ueli Mauer, selber Militärradfahrer, abgenommen. In seiner Ansprache dankte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Engagement: «Sie sind unsere Versicherung für Wohlstand und Sicherheit.»

Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg, aber dann vor allem die Vorführungen der Patrouille Suisse, liessen ganz Birmenstorf zu einer Arena werden. Viele Leute versammelten sich an den Hängen oberhalb Dorfes, von wo aus die Flugkünste bestens beobachtet werden konnten.