Fluglärm
Das Limmattal nerven startende Flugzeuge

Die Konferenz der Gemeinde- und Stadtpräsidenten des Bezirks Dietikon befürwortet den Fluglärm-Staatsvertrag mit Deutschland. Der Bezirk und die anliegenden Gemeinden würden damit deutlich entlastet, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Jürg Krebs
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Das Limmattal und der Aargau machen Druck gegen Fluglärm (Symbolbild).

Das Limmattal und der Aargau machen Druck gegen Fluglärm (Symbolbild).

Keystone

Der Bezirk Dietikon und die anliegenden Aargauer Gemeinden sind überdurchschnittlich vom Fluglärm betroffen. Weil sich an dieser Situation nur etwas ändert, wenn der vorliegende Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz ratifiziert und umgesetzt wird, machen sie Druck.

Anlässlich der jüngsten Konferenz der Gemeinde- und Stadtpräsidenten des Bezirks Dietikon wurde ein Schreiben an die Zürcher Regierung verabschiedet, wie die Konferenz am Dienstag mitteilte. Darin wird der Staatsvertrag mit Deutschland unterstützt und eine gerechtere Verteilung des Fluglärms sowie die Verschiebung der Abflugrouten über weniger dicht bewohntes Gebiet verlangt.

Der Bezirk Dietikon trägt bezüglich Fluglärm grosse Lasten. Etwa 70 Prozent der startenden Flugzeuge überfliegen das Gebiet, dies sind etwa 92 000 pro Jahr. Falls das Nordanflugkonzept angewendet wird, ist hauptsächlich das Zürcher Limmattal von startenden Flugzeugen Richtung Westen ab Piste 28 betroffen. Als Standard gilt tagsüber das Nordanflugkonzept. Mit der Ratifizierung des Staatsvertrags mit Deutschland wird der Bezirk Dietikon entlastet. Denn die Umsetzung des Staatsvertrags würde ermöglichen, dass während der deutschen Sperrzeiten am Morgen und am Abend (ab 18 Uhr) das Ostanflugkonzept angewendet wird. Beim Ostanflugkonzept wird nach Norden gestartet und von Osten her auf Piste 28 gelandet, was den Bezirk Dietikon somit kaum tangiert.

Die Gemeinde- und Stadtpräsidenten des Bezirks Dietikon sowie die Aargauer Gemeinden Bergdietikon und Spreitenbach haben mit einem Schreiben an den Zürcher Regierungsrat ihre Haltung aufgezeigt: Sie fordern eine gerechtere Verteilung der Abflüge, denn die Belastung mit 69 Prozent aller Abflüge, die über das Limmattal führen, ist zu einseitig verteilt und nicht mehr annehmbar.

Daher soll vermehrt auch tagsüber das Ostanflugkonzept zum Zug kommen. Die Gemeinden unterstützen die Ratifizierung des Staatsvertrages mit Deutschland, da der Bezirk und die anliegenden Gemeinden deutlich entlastet würden.

Die Details des Staatsvertrags wurden von Bundesrätin Doris Leuthard im Juli 2012 vorgestellt. Der Flughafen Zürich steht hinter dem Vertrag. Der Vertrag ist bislang weder von Deutschland noch der Schweiz ratifiziert worden.

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