Baden
Das meinen Luzi Stamm und Martin Killias zur zunehmenden Gewalt

Nationalrat Luzi Stamm (SVP) und Kriminologe Martin Killias (SP) diskutierten an einem Podium im Hotel Blume die Frage, wie man in der Schweiz die steigende Gewalt eindämmen könnte.

Pirmin Kramer
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Es war eine junge Frau aus dem Publikum, die den beiden Politikern am Podium die klarsten Forderungen zum Thema Kriminalität und Gewalt entlockte. «Man fühlt sich in den Städten um elf Uhr nachts draussen nicht mehr wohl», sagte sie. «Zwei Securitas pro Bahnhof sorgen nicht für genug Sicherheit. Wird denn hier nichts gemacht?»

Erst antwortete Martin Killias, Strafrechtsprofessor an der Universität Zürich und Nationalratskandidat der SP Aargau. «Wir haben eine gleich hohe Kriminalitätsrate wie andere Länder Europas, uns stehen aber verhältnismässig nur halb so viele Polizisten zur Verfügung.» Es sei darum notwendig, dass man die Polizeibestände erhöhe. «Dann hätte man auch die Möglichkeit, Bahnhöfe besser zu überwachen.»

Der politische Support, das Polizeipersonal zu erhöhen, habe häufig bei den konservativen Parteien gefehlt, aus einem kurzfristigen Steuerdenken heraus. Im Anschluss an das Podium präzisierte Killias: Allenfalls könnte man Gewalt auch mit den Massnahmen «Kein Alkohlausschank nach Mitternacht» oder «kein Alkoholkonsum auf den Strassen» eindämmen.

Derweil sagte Luzi Stamm, SVP-Nationalrat aus Baden, Sicherheit sei keine Frage der Anzahl Polizisten. «Mir ist viel mehr schleierhaft, warum nicht gegen Gewalt durchgegriffen wird.» Wenn die Polizei etwa einen Hooligan auf frischer Tat ertappe, müsste sie ihn gleich für zwei Wochen einbuchten können. «Es braucht dafür - auch zur Abschreckung - Schnellgerichte, also die Möglichkeit schnellerer Gerichtsverfahren».

Als «hochkarätige Koryphäen» hatte Diskussionsleiter und Weltwoche-Redaktor Alex Baur die beiden Gäste des Podiums zu Beginn vorgestellt. Rund 30 Zuhörer lockten die beiden Politiker in den Jugendstilsaal des Hotels Blume. Organisator Luca Cirigliano von der SP freute sich: «Toll, dass vor allem junge Leute hierhergekommen sind.»