Baden

Das «Merkker» trauert seinem Namen nach

Siegerprojekt «Bravo» wird für neues Jugendkulturlokal in der alten Schmiede zurzeit überarbeitet. Archiv

Siegerprojekt «Bravo» wird für neues Jugendkulturlokal in der alten Schmiede zurzeit überarbeitet. Archiv

Die Vermieterin will Verwechslungen vermeiden – gewährt dafür Gastrecht bis zum Umzug in die alte Schmiede. Über diese Vereinbarung war das «Merkker»-Team wenig erfreut, zumal die Klausel erst nachträglich kommuniziert worden ist.

In der neuen vertraglichen Vereinbarung zwischen der Merker Liegenschaften AG und der Stadt Baden wird der Stadt Baden ein bis März 2015 verlängertes Mietrecht für das «Merkker» eingeräumt. Nun haben beide Parteien noch vereinbart, dass mit dem Wegzug des Jugendkulturlokals aus dem Merker-Areal in die alte Schmiede der Name Merkker nicht mehr weiterverwendet werden dürfe. Stadträtin Daniela Berger bestätigt, dass dies unter den Vertragspartnern so abgesprochen worden sei.

Entscheidung selber treffen

In den vergangenen fünf Jahren habe sich das «Merkker» einen guten Namen geschaffen und sich auch in nationalen Musikerkreisen etabliert, begründet man dies im «Merkker»-Team. Auf Facebook wurde darum auch kundgetan, dass man den Namen Merkker allenfalls gerne behalten oder zumindest darüber selber entschieden hätte. Tatsache ist, dass die «alte Schmiede» erst wieder zu einem Begriff werden müsse – woran man bei der Abteilung Kultur kaum zweifelt, zumal die neue Behausung allein schon architekturhistorisch bedeutend ist.

Interview mit Daniela Berger Merker Alte Schmiede Baden

Interview mit Daniela Berger Merker Alte Schmiede Baden

«Es geht uns nicht darum, dass wir dem neuen Jugendlokal den Namen missgönnen würden», erklärt Fritz Merker, Verwaltungsrat der Merker Liegenschaften AG. Vielmehr sollen damit geografische Missverständnisse vermieden werden, würde doch der Name Merkker weiterhin mit dem ehemaligen Industrie-Areal Merker verbunden, begründet dies Fritz Merker.

Hauptsache nahtloser Übergang

Bedeutend wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass der Umzug in die «alte Schmiede» ohne Betriebsunterbruch erfolgen kann. Wenn auch vom Projektverlauf derzeit wenig nach aussen dringt, so laufen bei der Abteilung Planung und Bau die Vorbereitungsarbeiten auf vollen Touren. Stadtrat und Ressortvorsteher Markus Schneider bestätigt, dass die Vorlage mit dem Baukredit wie geplant für die März-Sitzung bereit sein soll. Der Stadtrat habe das Wettbewerbsprojekt in die Überarbeitung gegeben, wobei geprüft werde, wo man kostenseitig noch optimieren könne.

Allenfalls ohne Abstimmung

««Wir werden das Raumpogramm in der alten Schmiede straffen und prüfen, wo sich noch Kosten einsparen lassen», erklärt Julius Schulz, Projektleiter bei der Abteilung Planung und Bau. Ziel ist es, den Baukredit klar unter die Marke für das obligatorische Referendum (zurzeit ca. 6,5 Millionen Franken) zu bringen. Das Vorhaben «alte Schmiede» käme so um eine Volksabstimmung herum, sodass Zeit gewonnen würde. Man würde mit den mindestens geforderten 150 Quadratmetern nur die Hälfte der bisher angedachten Fläche an Kulturräumen vorsehen, fügt Schulz an. Laut Stadtrat Schneider habe sich auch die Finanzkommission dazu vernehmen lassen, deren Vorgaben man respektieren wolle. Das Projekt geht anschliessend nochmals zurück ins Projektteam zur Prüfung. Geplant ist, nächstes Jahr den Bau zu starten und im Herbst 2014 einzuziehen.

Der Mietvertrag im Merkerareal war erst bis ins Jahr 2007 befristet. Nach einer ersten Verlängerung bis März 2013 hat die Merker Liegenschaften AG nun eine zweite bis März 2015 gewährt.

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