«Die Stadt unterstützt uns mit keinem Rappen, obschon wir sie in unserem Namen tragen», fuhr Moderator und Vizepräsident Josef Sieber am Konzert des Militärspiels Baden scharf gegen die Stadt. Und Präsident Adrian Stirnimann doppelte nach.

«Man lässt uns einfach links liegen», fügt Sieber gestern an. Das Militärspiel bestehe aus zahlreichen Künstlern aus dem Grossraum Baden, musiziere auf sehr hohem Niveau und sei auf Unterstützung angewiesen.

Man habe sich schon mehrfach um Unterstützung bemüht, so Sieber. Auch bei der Suche eines Probelokals oder eines Kellerraums, um Notenmaterial zu lagern, sei man auf sich alleine gestellt gewesen oder hätte eine Miete bezahlen müssen.

Die traditionelle Blasmusik werde generell vernachlässigt, sagt Sieber.

Unverständnis auf allen Seiten

«Wenn diese Aussage so gemacht wurde, so ist das ein Affront», sagt Stadträtin und Kulturvorsteherin Daniela Berger erstaunt. Laut ihren Abklärungen habe dem Ressort Kultur seit dem Jahr 2002 nie ein Gesuch des Militärspiels vorgelegen.

«Wir haben klar umschriebene Grundsätze und Förderkriterien, gemäss denen die Kulturkommission Gesuche um Unterstützung für kulturelle Aktivitäten beurteilt und über Beiträge entscheidet, und das gilt auch für einzelne und einmalige Projekte», erklärt Daniela Berger.

«Ich fand die am Konzert gemachte Bemerkung unangebracht und habe mich darüber geärgert», gesteht der langjährige Präsident Franz Bertschi, der einst das Militärspiel vor dem Abgrund gerettet hatte.

Nur auf Gesuch

Er sehe keinen Anlass, um das Militärspiel, das im Rahmen zweier Konzerte jeweils knapp zwei Monate aktiv ist, generell zu subventionieren; höchstens auf Gesuch als Einzelprojekt.

Bertschi hatte vor zehn Jahren die Einführung des neuen Kulturkonzepts und der Subventionsregelung in einer Arbeitsgruppe erlebt. «Klar war ich als Vertreter der Blasmusik zu Beginn erschrocken», sagt Bertschi.

Heute erachte er die Praxis, wie die Kulturkommission die Gelder spreche, als «sinnvoll und gerecht, auch weil die Leistungsvereinbarungen konsequent gehandhabt werden».

Die Leistung müsse ausgewiesen sein, damit es Unterstützung gebe, und das ist richtig, sagt Bertschi. Er erfahre es als Mitglied der Kulturkommission Lengnau derzeit gleich.