Nach fünf Jahren ist es so weit: Die Um- und Neubauarbeiten der Rehaklinik Bellikon sind abgeschlossen. Am Montag nimmt die Spezialklinik für Unfallrehabilitation der Suva den Betrieb in den neuen Räumlichkeiten auf. «Mit diesem Bauprojekt haben wir einen grossen Sprung nach vorne machen können, was seit der Eröffnung vor 44 Jahren nur in Teilschritten möglich war», sagt Direktor Toni Scartazzini.

Dank dem Neubau und dem Umbau des bestehenden Gebäudes werde eine effizientere Behandlung der Patienten möglich. «Nun können wir Prozesse ökonomischer abwickeln, Räume flexibler nutzen und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen fördern. Zudem sind wir als Arbeitgeber attraktiver geworden», sagt Scartazzini.

Neubau ist 150 Meter lang

Kern des 350-Millionen-Franken-Projekts bildet der 150 Meter lange und 40 Meter hohe Neubau auf der Talseite. Er erstreckt sich über fünf Ebenen, wobei die beiden Technik- und Parkgeschosse unterirdisch angelegt sind. In den drei oberirdischen Etagen sind verschiedene Therapiebereiche untergebracht, die Intensive-Care-Station, die berufliche Wiedereingliederung, die Sporthalle und die Radiologie. Für Letztere ist das Universitätsspital Zürich verantwortlich. «Wir sind froh, einen kompetenten Partner an der Seite zu haben», sagt Scartazzini.

Im Neubau sind auch die neuen Wassertherapien «Aquazone» und das «Medical Training Center» untergebracht. Beide Angebote stehen ab Herbst ausserhalb der Therapiezeiten auch der Bevölkerung zur Verfügung. Zum Bauprojekt gehört zudem der Eingangsbereich, der den Neubau und die bestehende Rehaklinik verbindet. Von hier können Patienten, Mitarbeitende und Besucher auf die 6000 Quadratmeter grosse Terrasse schreiten, auf der ein kleiner Spielplatz und Freizeitmöglichkeiten für Erwachsene eingerichtet wurden.

«Bauen unter Vollbetrieb war eine grosse Herausforderung», blickt Scartazzini zurück. Die Patienten seien von morgens bis abends in verschiedenen Abteilungen unterwegs. «Deshalb war es wichtig, dass die Wege so kurz wie möglich gehalten wurden.» Mit mehreren Provisorien (eines davon in Dättwil), einer optimalen Zusammenarbeit und viel Geduld habe man diesen Spagat gut meistern können. Nichtsdestotrotz gibt er zu, dass die Baustelle für die Mitarbeitenden und die Patienten eine grosse Belastung gewesen sei. Die Reklamationen hätten sich aber im Rahmen gehalten.

Bettenauslastung von 95 Prozent

Toni Scartazzini ist froh, dass die Bauarbeiten – mit Ausnahme von Umgebungsarbeiten – beendet sind. Ausserdem: «Wir sind erfreut, dass wir in den letzten fünf Jahren unser Ziel, eine Bettenauslastung von rund 95 Prozent, immer erreichen konnten.» Mit dem Bauprojekt, das vom Basler Generalplaner- und Architekturbüro Burckhardt + Partner realisiert wurde, verfügt die Rehaklinik neu über 222 Betten.