Baden

Das neue Kreativcafé ist der neue Treffpunkt im Oederlin-Areal − und sucht nach Sponsoren

Das fünfköpfige Team des Vereins Xenon Baden will aus seinem Kreativcafé einen neuen Hotspot für die gesamte Region schaffen.

Das fünfköpfige Team des Vereins Xenon Baden will aus seinem Kreativcafé einen neuen Hotspot für die gesamte Region schaffen.

Der Verein Xenon Baden hat Mitte Mai in Rieden sein Kreativcafé eröffnet. Es soll zu einem Treffpunkt für die ganze Region werden. Doch die Jungunternehmer berappen Mietzins und Materialkosten grösstenteils noch aus ihren eigenen Taschen.

Der Blick von der Balustrade auf die Loft im alten Teil des Oederlin-Areals schweift über bunt zusammengewürfelte Sofas und Sessel im 70er- und 80er-Jahre-Stil. Palmen verbreiten im neuen Kreativcafé ein südländisches Flair. An der Wand hängen Plakate von Design-Künstlern aus der Region. Im Hintergrund läuft leise Chill-out-Musik.

Ein paar Kantischülerinnen haben sich tief über ihre Bleistiftskizzen gebeugt. Andere Gäste sitzen hinter ihren Laptops und lernen. Mit entsprechender Distanz natürlich. In der oberen Etage haben Linus Graber, Abhash Mittal, Justus Briese, Daniel Jehle und Caetano Chappuis die Büros für ihre noch junge Firma «54collective» eingerichtet.

Das seit Mitte Mai eröffnete Kulturcafé soll zum Hotspot der gesamten Region werden.

Das seit Mitte Mai eröffnete Kulturcafé soll zum Hotspot der gesamten Region werden.

    

Hochkonzentriert arbeiten sie an Werbefilmen für Volvo Trucks und dem neuen Auftritt einer Massagepraxis. Jeder im Fünferteam bringt seine eigene Spezialität im Film-, Design-, Sound- oder Fotografie-Bereich ein. Vier von ihnen gingen in der Kanti Wettingen in dieselbe Klasse und beschlossen, nach der Matura gemeinsame Sache zu machen. Ihre Suche nach geeigneten Räumen für ihr Start-up-Unternehmen führte sie ins Oederlin-Areal.

«Wir waren begeistert», sagt Graber. «Schon bei der ersten Besichtigung reifte in uns die Idee, den Platz nicht nur selber nutzen, sondern auch der Öffentlichkeit als eine Art Kulturraum zur Verfügung zu stellen.» Deshalb wurde im Februar der uneigennützige Verein Xenon Baden gegründet, der nun seit dem 17. Mai das Kreativcafé betreibt. Dank Social Media und Mund-zu-Mund-Propaganda steigt die Zahl der Besucherinnen und Besucher stetig.

Skizzenstife und Scanner stehen zur Verfugung

Nicht nur der Eintritt ins Kulturcafé ist gratis. Es stehen auch Papier, Skizzenstifte, ein farbkalibrierter Monitor und ein Scanner für analoge Fotos zur Verfügung. Das Material-Angebot soll noch erweitert werden. «Wir möchten damit Kreativschaffende aus der Region unterstützen, die oft nur begrenzte finanzielle Mittel haben», so Graber.

Aber trotz Getränkeverkauf und eines freiwilligen Mitgliederbeitrags von 40 Franken müssen die Jungunternehmer Mietzins und Materialkosten grösstenteils noch aus ihren eigenen Taschen berappen. «Wir können das Ganze nicht mehr lange alleine weiterstemmen», ist sich Graber bewusst. «Deshalb aktivieren wir als Nächstes unsere Suche nach Sponsoren und gehen auch Gemeinden und den Kanton an. Wir finden unsere Initiative wertvoll und hoffen, dass sie auf Entgegenkommen stösst.»

Ende Juli stehen die Workshops «Digital illustrieren» und «Analoge Fotografie» auf dem Programm. Ebenfalls ist die Herausgabe eines Magazins geplant, das über Kreativschaffende in der Region berichtet. Der Verein Xenon Baden steht zwar erst am Start. «Aber wir haben noch viele Visionen und wollen definitiv wachsen», sagt Graber.

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