Praktisch veranlagte Kunstliebhaber dürfen sich freuen: Das Kulturlokal Nordportal bietet ein Kunstprojekt in Form einer Tasche an. Der aus Baden stammende Künstler «Keep Watching Project», welcher seinen bürgerlichen Namen nicht genannt haben will, hat diese gestaltet. «Die Grundidee war es, alle Künstler, die auf unserer Bühne aufgetreten sind, zu würdigen», sagt Steffi Tschannen, Marketingverantwortliche des Nordportals. Statt die Künstler aufzulisten, entwarf der Siebdruck-Künstler ein Taschendesign aus Schrift und Bild.

Zusammen mit Geschäftsleiterin Muriel Peterhans und Tschannen wurde die Tasche dann in seinem Atelier in Basel bedruckt. «Es war spannend, beim Druck mit dabei zu sein», sagt Tschannen. Genau 50 Stück der blaubedruckten Leinentaschen gibt es. «Der Erlös geht direkt an ‹Keep Watching Project›», sagt Peterhans. Sie selbst ist mit dem ehemaligen Badener in die Kantonsschule Wettingen gegangen. «2007 haben wir schon zusammengearbeitet, damals gab es eine Ausstellung im Nordportal», sagt Peterhans.

Das Spiel mit der Wahrnehmung

Bereits als Kind habe der heute 27-Jährige gerne gezeichnet. Nach dem Militärdienst entstand schliesslich das «Keep Watching Project». «Ich spiele gerne mit der Wahrnehmung der Leute», sagt der Künstler. So verteilte er am Badener Stadtfest 2012 in den Strassen Teile eines grossen Bildes. Leider seien nicht alle Stücke zurückgekommen. Im gleichen Sinn verteilt der ehemalige Badener seit Jahren überall kleine Pakete mit bemalten Holztafeln drin.

«Gesamthaft habe ich schon 3000 Päckchen auf der ganzen Welt versteckt.» Das Projekt solle Menschen auf ihre Umwelt aufmerksam machen. Der Auftrag des Nordportals sei eine Herausforderung gewesen, die er gerne angenommen habe. «Musik ist eine Form von Kunst, die ich selber sehr schätze», sagt der Siebdruck-Künstler.

In der Street Art Limited Galerie am Lindenplatz werden Siebdruckbilder von «Keep Watching Project» ausgestellt und verkauft. Denn seit einem Jahr ist der in Baden aufgewachsene Künstler selbstständig. «Noch ist es nicht einfach, nur von meiner Kunst zu leben, aber es kommen immer mehr Aufträge.» So bedruckte er auch am «Kleinlaut»-Festival in Riniken Shirts und Taschen von Besuchern. «Ich fühle mich immer noch stark mit der Region verbunden», sagt der Künstler.