Ich durfte Ötzi auf den Händen in die neue Kammer tragen», sagt Daniel Mutter und dabei leuchten seine Augen. Die Geste war eine ausserordentliche Belohnung der Forscher für den Unternehmer aus Wettingen.

Denn Daniel Mutter sorgt mit seinem Geräten für das richtige Klima in der Kältekammer im Archäologischen Museum Bozen im Südtirol, in der Ötzi liegt. Die Mumie wurde 1991 am Hauslabjoch zwischen Italien und Österreich entdeckt.

Bisher liegt Ötzi in einer Luft mit 21 Prozent Sauerstoff. «Nun wird geprüft, ob anstelle von Luft nicht Stickstoff verwendet werden könnte», sagt Mutter. Dies wiederum ist eine Herausforderung an das Wissen der Wettinger Techniker. Ohne eine konstante Temperatur von –6 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 98% würden die sterblichen Überreste des rund 5250 Jahre alten Mannes sich weiter zersetzen und damit verloren gehen.

So alt wie Ötzi ist Daniel Mutters Firma nicht, aber die MBW Electronic AG in Wettingen kann auf über 50 Jahre zurückblicken. Trotzdem ist sie in Wettingen, aber auch der Region fast unbekannt. «Mein Vater hat sie zusammen mit seinem Kollegen im Jahre 1962 gegründet», sagt Mutter. Und an der Seminarstrasse, wo die ersten Maschinen aufgestellt waren, befindet sich das Unternehmen heute noch.

Unscheinbar aber hochmodern

Inzwischen belegt die Firma zwei Häuser. So unscheinbar sie von aussen wirken, so modern sind sie im Innern. «Wir haben sie nach unseren Bedürfnissen umgebaut», sagt Mutter. Heute sind rund 25 Mitarbeiter tätig, die sich 20 Vollstellen teilen. Schrittweise ist Daniel Mutter daran, die Nachfolge in seinem Unternehmen zu regeln. So gehört Tochter Sabrina mit zum Team.

«Jeder, der auf der Welt Feuchtigkeit messen muss, kommt zu uns», sagt Daniel Mutter stolz. Sein Unternehmen ist ein nach der International Standard Organisation (ISO, IEC 17025) akkreditiertes Labor für Feuchte- und Temperatur-Kalibrierung. «Wir sind Entwickler und Hersteller von Messgeräten für Feuchtigkeit, Temperatur und Druck», sagt Mutter. Aber es werden auch Messgeräte für Kunden hergestellt. Diese Messegeräte müssen regelmässig kalibriert, also kontrolliert und allenfalls neu eingestellt werden, was wiederum in Wettingen geschieht.

1970 entwickelte BBC den Schaltertyp SF6 für die Stromübertragung. Zur Isolation diente ein Schwefelgas. Von 1973 bis 1978 liefen bei BBC umfangreiche Testreihen, um «geeignete Feuchtefühler für Anwendungen in SF6-Gas zu suchen und auf ihre Eignung zu testen». Dabei wurde ein Gerät mit Taupunktspiegel entwickelt, das eine genaue Temperaturkontrolle erlaubte. Mit dem Gerät wird der Niederschlag von Kondenswasser auf dem Spiegel gemessen, der bei einer bestimmten Temperatur eintritt. Das erste damals gebaute Gerät steht heute bei der MBW, es markiert die Anfänge des Erfolges. Das Unternehmen hat die Technik weiterentwickelt und vertreibt die Geräte weltweit.