Niederrohrdorf
Das Primarschulhaus «Rüsler» soll aufgestockt werden

Die Schülerzahlen steigen stark an – das wirkt sich auf die Schulraumplanung aus. Das Schulhaus «Rüsler» könnte deshalb bis im Jahr 2020 um eine Etage erweitert werden.

Carla Stampfli
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Noch ist das Primarschulhaus Rüsler einstöckig. Im Jahr 2020 könnte es eine Etage mehr aufweisen.

Noch ist das Primarschulhaus Rüsler einstöckig. Im Jahr 2020 könnte es eine Etage mehr aufweisen.

Zur Verfügung gestellt

Um über 50 Prozent sollen die Schülerzahlen bis ins Jahr 2020/2021 gestiegen sein. Dies besagen die aktuellen Wachstumsprognosen, die der Gemeinderat und die Schulpflege von Niederrohrdorf im vergangenen Jahr gemeinsam vorangetrieben haben (siehe Grafik). Die steigende Anzahl Schüler wirkt sich auf die Schulraumplanung aus: So rechnet die Gemeinde langfristig statt wie bisher mit zwei Primarschulklassen neu mit drei pro Jahrgang – was einen Bedarf an sechs zusätzlichen Unterrichtszimmern und weiteren Räumen auslöst.

Wachstumsprognosen Niederrohrdorf

Wachstumsprognosen Niederrohrdorf

Aargauer Zeitung

Aus diesem Grund beantragt der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung vom 28. Juni einen Projektierungskredit über 650 000 Franken für die Erweiterung der Schulanlage Rüsler. Angedacht ist, das bestehende Schulhaus Rüsler um eine Etage aufzustocken. «Das ist aus unserer Sicht die beste Variante», sagt Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin Martina Egger. So sei sie nicht nur relativ günstig, sondern auch platzsparend: «Mit über 380 Primarschülern im Jahr 2020/2021 sind wir froh um jeden Meter.»

«Nach heutigem Kenntnisstand wird der Pavillon voraussichtlich zurückgebaut, sofern kein weiterer Bedarf entsteht.» Martina Egger, Gemeinderätin und Vorsteherin Ressort Bildung

«Nach heutigem Kenntnisstand wird der Pavillon voraussichtlich zurückgebaut, sofern kein weiterer Bedarf entsteht.» Martina Egger, Gemeinderätin und Vorsteherin Ressort Bildung

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Vorgesehen ist, dass die neue Etage während des Unterrichts gebaut wird: «Wir können nicht alle Klassen auslagern. Ein Teil wird sicher im Schulhaus bleiben müssen», sagt Egger. Wie man den Schulbetrieb koordinieren will, werde dann während der Projektierung analysiert. Auch im bestehenden Schulhaus müssen Bauarbeiten vorgenommen und Räume reorganisiert werden. Im neuen Geschoss hingegen finden zehn Klassenzimmer, fünf Gruppen- sowie drei Therapieräume Platz. Hinzu kommen Garderoben, Toiletten und ein kleiner Hauswartsraum. Und was geschieht mit dem zweistöckigen Pavillon, der im letzten Sommer gebaut wurde? «Nach heutigem Kenntnisstand wird er voraussichtlich zurückgebaut, sofern kein weiterer Bedarf entsteht», klärt Egger auf.

Stimmt die «Gmeind» dem Projektierungskredit zu, könnten die Schüler das erweiterte Schulhaus Anfang 2020 beziehen. Der Gemeinderat rechnet mit Baukosten von insgesamt rund 8,5 Millionen Franken.

Neue Kindergartenabteilung geplant

Weil in Niederrohrdorf verschiedene Bauprojekte am Laufen sind, etwa in den Gebieten Alte Bremgartenstrasse, Hintermatt und Egro, wird die Bevölkerung wachsen – und die Anzahl Schüler steigen. Hinzu kommt die Umstellung auf sechs Jahre Primar- sowie drei Jahre Oberstufe (6/3) und, dass Familien heutzutage zu zwei Kindern und mehr tendieren.

Diese Faktoren treiben nicht nur die Zahlen der Primarschüler in die Höhe, sondern auch diejenigen der Kindergärtler: Bereits letzten August musste eine zusätzliche Abteilung im Schulhaus Dorf eröffnet werden. Aufgrund der erstellten Wachstumsprognosen wird per August 2017 mit einer weiteren gerechnet. Deshalb steht an der bevorstehenden «Gmeind» auch ein Verpflichtungskredit von 170 000 Franken auf der Traktandenliste. Die neue Kindergartenabteilung soll ins Erdgeschoss der Überbauung «Allegro» ziehen. «Unsere räumlichen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Deshalb ist dieser Platz für uns ideal», sagt Egger. Denn man könne die 193 Quadratmeter grosse Fläche gemäss eigenen Bedürfnissen umbauen: «Es ist eine Doppelnutzung Kindergarten und Tagesstrukturen vorgesehen.»

Die «Allegro»-Inhaberin Credit Suisse hat die Räumlichkeiten, die sich in der Nähe des Egro-Areals befinden, bereits für die Gemeinde reserviert. Und falls die zusätzliche Kindergartenabteilung doch nicht gebraucht wird? «Dann werden wir die Fläche für die Tagesstrukturen bereitstellen», sagt die Bildungsvorsteherin.

Informationsveranstaltung Schulraumplanung: Dienstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal.

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