103 Jahre alt ist das Reservoir Lägern in Niederweningen. Hygiene- und sicherheitstechnisch entspricht es nicht mehr der aktuellen Gesetzgebung: Rost hat sich an den Installationen festgesetzt, der Beton der Kammern hat Risse, und die gesamte Steuerung muss ersetzt werden. «Eine Sanierung würde rund 800'000 Franken kosten», sagt Gemeinderat Walter Bleuler.

Die Kosten für eine Renovation wären unverhältnismässig hoch, eine Sanierung ausserdem nicht nachhaltig, heisst es in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Eine kurzfristige Verlängerung der Lebensdauer käme langfristig teurer als ein Neubau.

Für 1,2 Millionen Franken soll in Niederweningen deshalb nun ein neues Reservoir gebaut werden. Einen Kredit in dieser Höhe sollen die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am 16. April genehmigen.

Tanks mit mehr Fassungsvermögen

Mit einem neuen Reservoir könne Niederweningen auf den stetig steigenden Wasserbedarf reagieren, den Klimaänderung und Bevölkerungswachstum fordern, argumentiert der Gemeinderat. Das Fassungsvermögen der neuen Kammern soll von 450 auf 600 Kubikmeter vergrössert werden.

Gegen eine Sanierung hat sich der Gemeinderat ausserdem entschieden, weil das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich empfiehlt, bei über 100 Jahre alten Reservoirs keine Sanierung durchzuführen.

Ausserdem schreibe das Gesetz vor, dass bei vollem Reservoir der Einstieg in die Kammern nicht möglich sein dürfe. «Beim aktuellen Reservoir sind keine Unterwassertüren, sondern zwei Obereinstiege vorhanden, durch diese ist ein Betreten des befüllten Reservoirs jederzeit möglich», heisst es in den Unterlagen zur Versammlung.

Stimmt die Gemeindeversammlung am 16. April dem Kredit von 1,2 Millionen Franken zu, könnte im Herbst mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit wird voraussichtlich 14 Monate betragen. Wichtigste Elemente der Reservoiranlage wären zwei Speicherkammern sowie ein zweistöckiges Schieberhaus, in dem sich die Steuerung befindet.

Die Anlage soll so gebaut und positioniert werden, dass ein Ausbau zu einem späteren Zeitpunkt möglich wäre.

Gemeindeversammlung, Dienstag, 16. April, 20 Uhr, Gemeindesaal im Feuerwehrgebäude.