Vielen war die fulminante Abschiedsparty vor rund drei Monaten noch bestens in Erinnerung, als sie sich am vergangenen Freitag auf den Weg ins Royal machten. Mit neuem Betreiberteam und einem bunt gemischten Programm startete das Kulturlokal am Wochenende in die neue Saison – mit ungewisser Zukunft. Denn der neue Verein wird das Royal bis zum Sommer 2017 führen. Was danach mit dem ehemaligen Kinosaal passiert, ist noch unklar.

Noch bevor es in den royalen Räumen rockig zu- und herging, eröffnete Larissa Brändli-Furter mit ihrer «Magic Zaubershow» die «Weitereröffnungsparty des Kulturlokals. Begleitet von mystischen Klängen vervielfältigte sie Martini-Flaschen und zauberte einem Gast die Unterwäsche aus den Hosen. Für das Grande Finale holte die Magierin eine Stichsäge hervor, um ihren Assistenten vor den Augen der Zuschauer zu halbieren.

Ein erster musikalischer Leckerbissen wurde anschliessend von «Dachs» geboten. Die beiden Stadt-St. Galler Lukas Senn und Basil Kehl überraschten mit eingängigem Electro-Pop, Synthesizer-Klängen und Gitarre die Zuschauer. Herausragend dabei sind in erster Linie die Texte des Duos, denn diese sind in Mundart verfasst. Der St. Galler Dialekt war im ersten Moment zwar irritierend, fügte sich jedoch überraschend gut in die doch eher ruhige und nachdenkliche Musik ein.

Besuch aus Beirut

Im Vergleich zum spektakulären Ende der vergangenen Royal-Ära zeigte sich die «Weitereröffnung» über weite Strecken von ihrer gemütlichen Seite. Bereits zu Beginn war es im königlichen Kulturlokal brütend heiss – die gefühlten 30 Grad im Inneren des Royals veranlassten denn auch viele der Gäste, den lauen Sommerabend auf der Treppe vor dem Gebäude bei einem kalten Bier zu geniessen.

Mit dem Auftritt der exquisiten Truppe «Who killed Bruce Lee» stieg das Quecksilber noch einmal kräftig an. Die vier bärtigen Jungs stammen ursprünglich aus Beirut – der Hauptstadt des Libanon. Leadsänger Wassim Bou Malham schien sich aber auch in der Bäderstadt sichtlich wohlzufühlen und richtete – mit ein wenig Hilfe – einige Worte in deutscher Sprache zum Publikum. Ihre Musik einordnen zu wollen, kommt einer Herkulesaufgabe gleich. So oszillieren «Who killed Bruce Lee» zwischen hartem Rock, mitreissenden Electro-Passagen und punkiger Attitüde, verfeinert mit orientalisch angehauchten Melodien ihrer einstigen Heimat. Das Kulturlokal gänzlich zum Kochen brachten nach Mitternacht die beiden Musiker von «Dubvasion», welche mit einer Mischung aus Electro und psychedelischen Cello-Klängen den würdigen Anfang der neuen Saison unterstrichen.