Niederrohrdorf
Das Schützenhaus dient bald als Brücke über Bach

Der Zeitzeuge aus dem Jahr 1932 muss einer Strasse weichen. Die Niederrohrdorfer wollen das Schützenhaus aber erhalten. Das Haus soll zur Brücke umfunktioniert werden.

Erna Lang-Jonsdottir
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Das 82-jährige Schützenhaus dient längst keinem Schützen mehr.

Das 82-jährige Schützenhaus dient längst keinem Schützen mehr.

Erna Lang-Jonsdottir

Das 82-jährige Schützenhaus, das von Industrie und Wohnhäusern umgeben ist, macht einen etwas verlorenen Eindruck. Bald muss es aufgrund der Umlegung der Moostrasse weichen.

Diese Tatsache hat viele Niederrohrdorfer in den letzten zwei Jahren beschäftigt. Unter anderem den lokalen Unternehmer Richard Irniger, der vor sechs Jahren aus Liebe zum Haus «einen grossen Batzen», wie er sagt, in den Erhalt dessen gesteckt hat. Dann kam ihm die Idee, das Schützenhaus in eine Brücke über den Mülibach umzufunktionieren. Diese Idee wird jetzt tatsächlich zur Realität.

Rückbau erfolgt in Fronarbeit

Am Mittwoch haben sich alle am Projekt beteiligten Personen getroffen, um die Sache zu besprechen. «Wir haben von allen die Zustimmung erhalten», freut sich Irniger. Das Schützenhaus soll bis im Herbst bis auf das Gerüst und das Ziegeldach zurückgebaut werden. Erhalten bleiben lediglich das Dach und die Fensterläden. Den Rückbau werden Mitglieder des Feuerwehrvereins und des Schützenbundes unter der Regie von Richard Irniger in Fronarbeit leisten. «Dadurch können wir Geld sparen», sagt Irniger. Kosten soll die neue Brücke rund 175 000 Franken.

Gleichzeitig wird am neuen Standort des Schützenhauses, der 100 Meter weiter südwärts liegt, eine 75 Quadratmeter grosse Betonplatte über den Mülibach gegossen und eine neue Wandkonstruktion gebaut. Sobald diese fertig ist, wird ein Kran das bestehende Dach auf die neue Konstruktion hieven. Danach werden die alten Fensterläden montiert und fertig ist die Brücke. Sie wird den Niederrohrdorferinnen und Niederrohrdorfern übrigens auch als kultureller Treffpunkt dienen, wo das eine oder andere Dorffest stattfinden soll.

Bevor das Projekt in Angriff genommen werden kann, muss es vom Kanton bewilligt werden. Wie Irniger erklärt, wurde eine Brücke an dem Standort zwar bewilligt, nicht aber in Form eines Schützenhauses. «Mein Sohn Christoph ist Architekt. Er hat die Brücke visualisiert und wird die Baueingabe machen.» Wenn alles gut geht, könne die Brücke im Spätherbst eingeweiht werden.

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