Wettingen
Das «St. Bernhard» wird 2019 vom Lägernhang wegziehen

Im neuen Alterszentrum soll ein neues Pflegesystem realisiert werden: «Was wir planen, gibt es in dieser Art noch nicht», verspricht der Präsident der AG. Aus dem alten Grundstück am Lägernhang wollen sie nun noch Geld für den Neubau lösen.

Dieter Minder
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St. Bernhard Lägernhang
7 Bilder
St Bernhard Profil der Westfassade
St Bernhard Erschliessung via Langäcker unten und Bifangstrasse
St Bernhard Ansicht eines Innenhofes
Im Bergtröttli wurde das erste Altersasyl eingerichtet
Das heutige Alterhseim St Bernhard am Lägernhang
Die Reben reichen bis ans Alterszentrum St Bernhard

St. Bernhard Lägernhang

Zur Verfügung gestellt

«Was wir planen, gibt es in dieser Art noch nicht», sagt Remy Picard, Präsident der St. Bernhard AG. Die Gesellschaft will ihr Alters- und Pflegeheim vom Lägernhang ins Gebiet Langäcker verlegen und das Angebot in eine neue Dimension der Altersbetreuung ausweiten.

Im neuen Heim sollen neben 100 Pflegebetten in Einzelzimmern auch je 30 Anderthalb- und Zweieinhalbzimmerwohnungen angeboten werden. «Deren Bewohner können bei uns Leistungen nach Bedarf beziehen», sagt Heimleiterin Bernadette Flükiger.

«Damit erfüllen wir eine Aufgabe, die bereits im Altersleitbild der Gemeinde Wettingen formuliert ist», ergänzt Picard. In diesem steht: Idealerweise soll man bei erhöhtem Hilfs- und Pflegebedarf die gewählte Wohnform nicht mehr verlassen.

Deshalb soll jeder Bewohner selber entscheiden, was er vom Heim beziehen will. Flükiger denkt dabei an den Wäschedienst, die Mahlzeiten oder das Aktivierungsprogramm. Ein Minimalangebot soll allerdings im Mietzins enthalten sein: «Die Bewohner sollen in unser Netz einbezogen werden.» Trotzdem soll der Mietzins, so Picard, auch für normale Bürger zahlbar sein: «Als soziale Institution wollen wir keinen grossen Profit machen.»

Der Betrieb müsse sich aber an die Vorgaben der Pflegefinanzierung halten: «Sie verlangt eine Vollkostenrechnung in der auch Amortisation und Investitionen berücksichtigt sind.» Um die Betreuung der Bewohner sicherzustellen, wird das Altersheim künftig rund 150 Arbeitsplätze anbieten.

Heim wird verkauft

Im Frühjahr 2019 sollen die Bewohner des St. Bernhard ins neue Heim ziehen. «Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir ein sportliches Programm vor uns», sagt Picard, der sich bewusst ist, dass noch einige Hürden überwunden werden müssen: Der Baurechtsvertrag muss mit der Gemeinde ausgehandelt und abgeschlossen werden (siehe Text unten).

Dann muss das Bauprojekt ausgefeilt und das Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden und schliesslich braucht es auch noch die nötigen Finanzen. «Der Neubau dürfte 65 bis 70 Millionen Franken kosten», sagt Picard.

Mit dem Verkauf des heutigen Heims will die St. Bernhard AG einen Teil des Geldes beschaffen. Die Lage des Grundstückes am Lägernhang, direkt an die Reben grenzend, gilt als begehrte Wohnlage.

Sich dessen bewusst, lässt die St. Bernhard AG die Vermarktung des Areals genau abklären. Picard betont: «Je mehr Geld wir für die Altliegenschaft lösen, desto mehr Geld fliesst in den Neubau.»

Das neue Heim ist ein aus drei Gebäudekörpern bestehender vier- und fünfgeschossiger Bau. Jeder von ihnen weist einen Innenhof auf. Den grössten Teil der neuen Anlage nehmen die Pflegezimmer, die Wohnungen sowie die weiteren Räume des Alterszentrums ein.

Dazu kommen eine Gemeinschafts-Artzpraxis, eine Physiotherapie, ein Fitnessraum und eine öffentliche Cafeteria. Das nun vor der Realisierung stehende Projekt «Estelle» haben die Masswerk Architekten Kries/Zürich geschaffen. Es ist als Sieger aus einem Wettbewerb mit acht Teilnehmern hervorgegangen.

Einwohnerrat muss grünes Licht geben

1909 wurde aus dem ehemaligen Bergtröttli am Lägernhang das Altersasyl St. Bernhard. Im Laufe der Jahre wurde die Anlage immer wieder ausgebaut. Heute bietet das St. Bernhard 119 Betten im Altersheim und im Pflegeheim sowie den beiden Pflegewohnungen. Seit längerem sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einem neuen Standort. Zusammen mit der Gemeinde haben sie nun einen solchen gefunden: das Areal Langäcker, gegenüber der Molkerei Rub. Das Land hatte die Gemeinde vor rund 40 Jahren erworben, um dort ein Alters- und Pflegeheim zu bauen. Aus unterschiedlichen Gründen ist das Vorhaben immer wieder gescheitert. Um den Weg für ein Alters- und Pflegezentrum im Langäcker frei zu machen, wollen die Gemeinde und die Alterszentrum St. Bernhard AG einen Baurechtsvertrag abschliessen. Der Baurechtszins wurde auf 1200 Franken veranschlagt. «Da es sich um eine gemeinnützige Organisation haben wir den Baurechtszins auf 1100 Franken reduziert», sagt Gemeindeammann Markus Dieth. Der Baurechtsvertrag soll analog mit demjenigen der Gemeinnützigen Gesellschaft Wettingen (GGW) formuliert werden. Diese erstellt weiter östlich Alterswohnungen. (DM)

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