Stetten

Das Stetter Chilifeld hat eine mühsame Zeit hinter sich – trotzdem strahlt es in allen Farben

Die diesjährige Jubiläumsernte von Erich Fischer ist aufgrund suboptimaler Wetterverhältnisse um 90% eingebrochen.

Die rund 600 Chilipflanzen von Erich Fischer haben schwierige Monate hinter sich. «Die Ernte ist gegenüber dem sehr guten Vorjahr massiv eingebrochen», sagt der Stetter. Während der Chili-Bauer im vergangenen Rekord-Jahr knapp 100 Kilogramm Chili ernten konnte, werden es in diesem Jahr gerade 10 Kilogramm sein.

Insbesondere die kalten Nächte im Frühling und Sommer machten den Pflanzen zu schaffen. Trotz schlechter Ernte: Die Tage des offenen Chilifeldes vom kommenden Wochenende, zu denen Fischer jedes Jahr lädt, würden nicht minder schön werden, versichert er. «Es gibt immer noch viel zu sehen», sagt der 58-Jährige.

Von knallig gelben über saftig rote und leuchtend grüne bis zu violetten Chili-Beeren. Sorten wie der scharfe Habanero oder der Thai sind auch unter den schlechten Bedingungen gewachsen.

Seit 2013 baut Erich Fischer in Stetten die Beeren mit den scharfen Kernen an. Sein Bruder hatte ihm zuvor Chilisamen von einer Reise mitgebracht. Fischer säte sie, verarbeitete die Schoten zu Saucen und verteilte diese schon bald im Freundeskreis.

Ein Jahr später gründete er «Rüsstal Chili», baute 450 Pflanzen auf dem Feld von Nachbar Thomas Koch an und startete, seine Saucen, Chiliöl, Chilisenf und Chilipulver zu verkaufen. An Märkten in der Region, via Onlineshop oder bei der «Chämi Metzg» in Fislisbach.

Unterdessen hat Fischer die Anbaufläche und die Anzahl der Wiederverkäufer erhöht: Seine Produkte preist er neu auch im «Chäslade» in Niederrohrdorf, im «Local» in Wohlen und bei Jacky Stehli in Mellingen an.

In diesem Jahr muss Fischer wegen der schlechten Ernte Chili dazukaufen. Denn die Nachfrage nach seinen Chili-Produkten ist gross. «Ich bin zufrieden, wie es läuft», sagt er. Mehr ausbauen will er aber nicht. Chili anzubauen, soll weiterhin ein Hobby bleiben. Rund 50 Mal pro Jahr steht er in der eigenen Küche und stellt seine scharfen Saucen her.

Im Jahr kommt der Chili-Bauer, der Vollzeit bei einer Bank arbeitet, auf rund 400 Stunden, die er in sein Hobby investiert. «Das kleine Selbstgemachte ist beliebt. Würde ich aber noch weiter vergrössern und mich selbstständig machen, könnte ich nicht mehr alles von Hand machen», sagt Fischer.

Die einzigen Maschinen, die zum Einsatz kommen, sind Traktor und Pflug von Bauer Thomas Koch, um das Feld für die Aussaat vorzubereiten. «Er unterstützt mich grosszügig», sagt Fischer. Neben Strom für seine Bewässerungsanlage stellt der Bauer jedes Jahr die Infrastruktur für die Festhütte der Tage des offenen Chilifelds zur Verfügung. So auch am kommenden Wochenende, wenn Erich Fischer das Fünf-Jahre-Jubiläum als Chilibauer feiert.

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