Wettingen
Das stillgelegte Wasserreservoir wird zum Konzertraum

15 Künstler verwandeln das stillgelegte Reservoir Scharten 2 während des Wettinger Jubiläumsjahres in eine besondere Bühne.

Stefanie Garcia Lainez
Drucken
Teilen
Wasserreservoir wird zum Konzertraum
4 Bilder
«Die beiden Künstler müssen herausfinden, was angenehm klingt und was zuviel Musik ist», sagt Felix Keller, Vorstandsmitglied des Vereins «Klangwelt Lägern».
Sechs Musikformationen mit insgesamt 15 Künstlern geben zwischen April und September unter dem Motto «Wo Wasser war – wird Klang» je zwei Konzerte, die Teil der Feierlichkeiten des Wettinger 975-Jahr-Jubiläums sind.
An gewissen Konzerten wird der Raum auch farblich in eine andere Welt verwandelt.

Wasserreservoir wird zum Konzertraum

Stefanie Garcia Lainez

Früher füllte Wasser den kathedralenartigen, mit Säulen durchsetzten Raum, gestern waren es hypnotisierende Gitarrenklänge und Gesang: Der Wettinger Matthias «Mats» Scheidegger und seine Tochter Hannah Beutler probten im stillgelegten, kühlen Wasserreservoir Scharten 2 in Wettingen für ihre beiden Auftritte. Sechs Musikformationen mit insgesamt 15 Künstlern geben zwischen April und September unter dem Motto «Wo Wasser war – wird Klang» je zwei Konzerte, die Teil der Feierlichkeiten des Wettinger 975-Jahr-Jubiläums sind.

«Die beiden Künstler müssen herausfinden, was angenehm klingt und was zuviel Musik ist», sagt Felix Keller, Vorstandsmitglied des Vereins «Klangwelt Lägern», während der Tonproben. «Das Echo übertragt alles, und der Ton hallt eine Minute lang», ergänzt er. Mit der Konzertreihe will der eigens gegründete Verein im Jubiläumsjahr einen zusätzlichen kulturellen Akzent setzen – mit einer besonderen Konzertbühune: das Reservoir aus dem Jahr 1947, das grösstenteils versteckt im Waldboden in der Nähe des Restaurant Schartenfels steht. Mit seiner eindrücklichen Architektur macht das leere Reservoir eine aussergewöhnliche Akustik möglich. «Der Raum, das Licht und die Musik erschaffen eine eigene Klangwelt», sagt Keller.

Fast alle Tickets verkauft − Zusatzkonzerte möglich

Für ihr Konzert haben Mats Scheidegger (56) und Hannah Beutler (22) ein eigenes Klangkonzept entwickelt, ausgehend von John Downlands Musik aus dem elisabethanischen England. «Der Raum ist ein Paradox», sagt Scheidegger. «Der Raum ist begrenzt, der Ton tönt aber fast unendlich lang − er dreht und dreht, bis er verklingt», ergänzt der Dozent für klassische Gitarre und Interpretation zeitgenössischer Musik an der Hochschule Luzern. Hannah Beutler studiert im Master Pädagogik Gesang an der Zürcher Hochschule der Künste.

Da das ehemalige Wasserreservoir nur begrenzt Platz für das Publikum bietet, wurde die Zahl der Plätze auf 30 beschränkt. Knapp 90 Prozent der Tickets sind bereits verkauft. «Zusatzkonzerte sind in Abklärung», sagt Keller. Den Konzertbesuchern rät der Verein, gute Schuhe und warme Kleidung zu tragen sowie zu Fuss zu kommen. Denn am Ende der Rebbergstrasse in der Nähe des Wasserreservoir befinden sich nur zehn Parkplätze. Der Fussweg dauert ab der Bushaltestelle Winkelried 20 Minuten, führt über die Rosengarten-, Weinberg- und dann über die Rebhaldenstrasse. Von dort geht es über drei Treppen in Richtung Lägern hinauf bis zur Mooshaldenstrasse, danach links, vorbei am Reservoir Scharten 3 bis zum stillgelegten Reservoir.

«Wo Wasser war – wird Klang!»

Auftakt der Konzertreihe am Sonntag, 26. April, 16 und 18 Uhr, ehemaliges Wasserreservoir Scharten 2, Wettingen.

Aktuelle Nachrichten