Baden

Das Strafverfahren gegen den Wildpinkler-Filmer ist schon wieder eingestellt

Wildpinkler-Videos: Verfahren wegen versuchter Nötigung gegen den Website-Betreiber eingestellt

So berichtet TeleM1: Wildpinkler-Videos: Verfahren wegen versuchter Nötigung gegen den Website-Betreiber eingestellt.

Der genervte Anwohner aus Baden, der Videos von Wildpinklern ins Internet stellte, muss von Seiten der Staatsanwaltschaft nicht mehr mit juristischen Folgen rechnen. Anders sieht das bei den betroffenen Wildpinklern aus.

Immer wieder urinieren Menschen vor einem überdachten Hauseingang an der Bahnhofstrasse. Der genervte Anwohner Stephan Hafner platzierte dort deshalb eine Kamera und stellte einige unverpixelte Videoaufnahmen ins Internet. Das Löschen der Videos knüpfte er auf der Webseite an zwei Bedingungen: Er forderte von den Winkpinklern eine Entschuldigung und eine Spende von mindestens 100 Franken an eine wohltätige Organisation, samt Nachweis. Später änderte er die Formulierung und schrieb:

Trotzdem eröffnete die Badener Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen versuchter Nötigung gegen ihn. Hafner hatte von Anfang an mit juristischen Konsequenzen gerechnet. Zumindest strafrechtliche Konsequenzen muss er nun nicht mehr befürchten. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt, wie TeleM1 berichtet.

"Obwohl aus unserer Sicht versuchte Nötigung gegeben ist, werden wir das Verfahren wegen fehlendem Strafbedürfnis einstellen", sagt Sprecherin Fiona Strebel zum Regionalsender. "Dies darum, weil er sich einerseits nie habe bereichern wollen mit den Videos. Und andererseits weil er unmittelbar nach Aufschalten auf der Homepage die Modalitäten abgeändert hat." Schuld und Folgen seien gering, so Strebel weiter.

Auf zivilrechtlichem Weg muss Hafner dagegen mit Folgen rechnen. Konkret dann, wenn ein Wildpinkler (oder eine Wildpinklerin), der auf Hafners Webseite zu sehen ist, ihn wegen Persönlichkeitsverletzung anzeigt. 

Nichtsdestotrotz will Hafner weiterhin Wildpinkler-Aufnahmen ins Internet stellen, solange die Wildpinkler seinen Hauseingang weiterhin aufsuchen. "Wenn ich merke, es hört auf, dann spare ich mir die Geschichte", sagt er. Bisher habe sich, wie TeleM1 berichtet, aber noch keine dieser Personen bei ihm gemeldet. Geschweige denn hn angezeigt. (pz)

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