Baden

Das Traditionsrestaurant «Isebähnli» hat ein neues Führungsteam

Das neue, und doch bereits eingespielte «Isebähnli»-Duo: Koch Jean-Michel Vionnet (l.) und Chef de Service Pius Bieri. alex spichale

Das neue, und doch bereits eingespielte «Isebähnli»-Duo: Koch Jean-Michel Vionnet (l.) und Chef de Service Pius Bieri. alex spichale

Neu tragen Pius Bieri und Jean-Michel Vionnet die Verantwortung im Traditionsrestaurant.. Pius Bieri – seit Jahren die Persönlichkeit an der Front – ist Gastgeber und Jean-Michel Vionnet wird in der Küche Köstlichkeiten auf den Teller zaubern.

Bei einem Glas Weisswein sitzen sie am Tisch und unterhalten sich. Wahrscheinlich darüber, wie die Zukunft des «Isebähnli» aussehen soll. Hier haben sich drei gefunden haben, die sich verstehen. Wobei «gefunden» auf René Felder und Pius Bieri nicht zutrifft. Denn der «Isebähnli»-Wirt und der Chef de Service arbeiten schon seit knapp 20 Jahren zusammen und bilden ein eingespieltes Team. Erst im März dieses Jahres ist hingegen Koch Jean-Michel Vionnet zum Team gestossen. Felder: «Wir haben schon vorher eine stille Freundschaft gepflegt, jetzt ist daraus eine Arbeitsgemeinschaft entstanden.»

Das Traditionsrestaurant «Isebähnli» in Baden

Das Traditionsrestaurant «Isebähnli» in Baden

Hier der Gastgeber, da der Koch

1991 übernahm Felder das «Railway-Station» von seinen Vorgängern und führt das Restaurant seither unter dem Namen «Isebähnli». Auf Ende dieses Jahres übergibt er die Geschickte seines «Isebähnli» in die Hände seiner beiden Mitarbeiter. «Damit will ich die Gerüchte aus der Welt schaffen, dass die Tage des Traditionsrestaurants gezählt sind und schon bald ein Kleiderladen einziehen könnte.» Mit den neuen Lok-Führern Vionnet und Bieri soll das «Isebähnli» nun mit Volldampf weiterfahren. Das bedeute aber nicht, dass er sich ganz zurückziehen werde, so Felder. Vielmehr werde er die Fäden im Hintergrund in der Hand behalten.

An der Front ist die Aufgabenteilung klar: Pius Bieri – seit Jahren die Persönlichkeit an der Front – wird die Gastgeberrolle ausfüllen, Jean-Michel Vionnet wird in der Küche Köstlichkeiten auf den Teller zaubern. Dabei kann der 34-jährige Koch auf eine exzellente Ausbildung und eine reichhaltige Berufspraxis zurückblicken. Seine Kochlehre absolvierte er in der «Chämihütte» (Untersiggenthal, 1994). Es folgen Stationen in der «Pinte» (Dättwil, 1999) sowie mit der «Wirtschaft zum Wiesengrund» (Uetikon am See, 2004) und dem «Le Pont de Brent» (Brent-Montreux, 2006) in Restaurants, die zu den besten in der Schweiz gehören. Zuletzt verhalf er als Küchenchef dem Restaurant «Spedition» in Baden zu 14 Gault-Millau-Punkten.

Punkte sollen die Gäste verteilen

Wird nun alles neu im «Isebähnli»? René Felder winkt ab: Getreu dem Motto auf der Speisekarte «Immer’s Gliche, und doch geht es nicht mehr ohne» werde man nun nicht alles über den Haufen werfen. «Viele Stammgäste kommen, weil sie unsere einfache, aber qualitativ hochstehende Küche und Gerichte schätzen. Unsere Klassiker sind gefragt und soll es auch in Zukunft geben.»

Doch Koch Jean-Michel Vionnet habe bereits in den ersten Monaten mit neuen Kreationen wie etwa dem Pulpo-Salat für Furore gesorgt. Strebt der Angesprochene mit dem «Isebähnli» Gault-Millau-Punkte an? «Nein, auf keinen Fall», antwortet Vionnet. «Ich will eine moderne und leichte Küche ohne grossen Schnickschnack anbieten, die es aber jederzeit mit einer Gourmet-Küche aufnehmen kann.» Dabei sollen regionale Produkte und öfters auch Fisch und Meeresfrüchte auf dem Teller landen. Vionnet: «Die Punkte sollen bei uns die Gäste mit ihrer Zufriedenheit verteilen.»

Spontaner Besuch soll möglich sein

Am Erscheinungsbild des 50 Plätze fassenden Restaurants soll sich nichts ändern. «Die Gäste und das aus 12 Personen bestehende Team fühlen sich sehr wohl hier», erklärt Pius Bieri. «Und wir wollen auch in Zukunft ein Bistro sein, das man spontan aufsuchen kann – auch, um nur etwas an der Bar zu trinken», sagt Felder. Ob ihm der Ablösungsprozess denn gar keine Mühe bereite? Felder: «Nein, nicht mein Name soll bleiben, das Isebähnli hingegen schon.»

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