Sie stehen in der ehemaligen Industriehalle Halle 37 und gehen gemeinsam die nächsten Bauphasen durch: Werner Eglin, Investor und Verwaltungsratspräsident der Trafo Baden Betriebs AG, und deren Direktor Roberto Scheuer. Gut ein Jahr ist es her, als hier mit grossem Getöse der Spatenstich zum Trafo 2 erfolgte. Der Bau umfasst ein Hotel (Ersatz für Halle 38) und die Umgestaltung der Hallen 37 und 36 in Eventhallen.

«Ich habe schon viel gebaut. Aber derart gut hatten wir Termine, Qualität und Kosten noch selten im Griff», sagt Eglin erfreut, während sein Blick durch die Halle 37 schweift. In der ehemaligen Industriehalle wurde die Galerie wieder abgebrochen. «Damit sind wir dem Wunsch der Denkmalpflege entgegengekommen, indem wir die Halle wieder ihrem ursprünglichen Zustand zugeführt haben», so Eglin. Weil die Halle 38 gleich nebenan dem Hotelneubau weichen musste, habe man zudem die Stahlträger in der Halle 37 verstärken müssen.

Vorhänge schützen vor Blicken

Die Fassade des Trafo-Hotels bildet eine Seitenwand der Halle – 55 der 80 Hotelzimmer sind zur Halle hin, 25 Zimmer hinten zum Innenhof ausgerichtet. «Wir wissen, dass wir Rücksicht nehmen müssen auf die Hotelbesucher und haben deshalb sehr viel in die Schalldämmung investiert», sagt Eglin. Gleichzeit nehme man auch Rücksicht auf Veranstalter privater Anlässe in der Halle. «Auf Wunsch hin können wir die Jalousien der Hotelzimmer runterfahren, um etwa eine Generalversammlung vor unerwünschten Blicken zu schützen», so Eglin.

Die Halle 37 soll eine Art gedeckter Stadtplatz werden, der an rund 300 Tagen im Jahr öffentlich zugänglich ist. Roberto Scheuer präzisiert: «Öffentlich meint alles, was nicht ausschliesslich für private Anlässe reserviert ist – also auch Ausstellungen.» Apropos Reservationen: «Unsere Auftragsbücher sind schon offen; bereits jetzt kommt es zu Überschneidungen bei Anfragen», sagt Scheuer. Ähnlich komfortabel präsentiert sich die Ausgangslage bei den 34 Eigentumswohnungen, die über den Hotelzimmern auf den Etagen fünf bis neun gebaut werden. «Alle Wohnungen waren innert kurzer Zeit verkauft», verrät Werner Eglin.

Self-Check-in an der Rezeption

Beim Hotel-Rohbau fällt der hohe Eingangsbereich auf. «Der erste Eindruck ist der Wichtigste», ist Eglin überzeugt. Deshalb habe man grossen Wert auf eine einladende Architektur gelegt.

Über das Betriebskonzept möchte der Investor noch nicht zu viel verraten, nur so viel: «Neben einer normalen Rezeption schwebt uns ein Self-Check-in vor.» Auch das Restaurant mit Frühstücksbuffet soll ganz auf die Business-Kunden ausgerichtet werden. «Mit unserer hausinternen Küche werden wir täglich frische Produkte anbieten, die man einfach mit seiner Hotelkarte wird beziehen können», sagt Eglin.

Im Oktober 2014 soll der Hotelbetrieb raufgefahren werden, Mitte November 2014 finden im Trafo 2 dann die ersten Anlässe statt. Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus – auch grosse Seminarräume sind vorgesehen – will das Kongresszentrum jährlich 140 000 Besucher anziehen (heute 60 000). In den Bau werden rund 50 Millionen Franken investiert. Zusammen mit dem Badener Architekten Dres Kern bildet Werner Eglin die Baugesellschaft.