Baden
Das Trafo baut um: Filmliebhaber kaufen Kinosessel für zu Hause

Während drei Monaten werden im Trafo alle Kinosäle saniert. Neben Teppichen und Beleuchtung ersetzt das Kinounternehmen zwischen Juni und August die Bestuhlung in den fünf Kinosälen. Interessierte Kunden konnten deshalb Kinostühle erwerben.

Jérôme Jacky
Merken
Drucken
Teilen
Bei der Lieferantenrampe beim Trafo konnten Kinofans die Kinostühle kaufen
7 Bilder
Das Trafo baut um: Filmliebhaber können Kinosessel für zu Hause kaufen
Die Kundschaft konnte zwischen den verfügbaren Farben auswählen
Erika Medina aus Baden freut sich über ihre erworbenen Stühle
In Kürze wird auch dieser Kinosaal leer und eingerüstet sein
Im Kinosaal 2 stehen bereits die Gerüste für die Handwerker
Im Kinosaal 2 stehen bereits die Gerüste für die Handwerker (2)

Bei der Lieferantenrampe beim Trafo konnten Kinofans die Kinostühle kaufen

Jérôme Jacky

Im November 2002 eröffnete die Sterk Cine AG das Multiplexkino im Trafo. Nun, 12 Jahre später, erhalten alle Säle einen neuen Anstrich: Von Juni bis Ende August saniert das Kinounternehmen die fünf Säle im Trafo. Ersetzt werden die Bestuhlung, die Beleuchtung sowie die Teppiche. Gleichzeitig wird in den Sälen 1 und 2 das neue Tonsystem «Dolby Atmos» eingebaut.

Auf der Homepage konnten Interessenten Kinositze reservieren, die anschliessend an einigen Tagen auf der Lieferantenrampe des Trafos abgeholt werden konnten. Ein Stuhl kostet 30 Franken; ein neuer Kinosessel kostet bis zu 300 Franken. «Ich hätte gerne einen roten Stuhl.» «Ich wünschte mir die Sitznummer 2.» Die Kunden, die einen Kinositz vom Trafo kaufen wollen, haben ganz oft klare Vorstellungen, welcher Sitz es denn sein sollte. «Mein Mann wünscht sich die Nummer 26», sagt Erika Medina aus Baden. Da es diese Sitznummer im ganzen Kino nicht gibt, hat sie das Einsehen. Sie freut sich aber trotzdem über den Kauf von zwei Stühlen. «Wir werden zu Hause ein Heimkino einrichten», sagt Medina und ergänzt: «Nun kaufen wir uns auch einen Beamer und eine Leinwand.»

Als sie hörte, dass man die alten Kinostühle kaufen kann, war für sie eines klar: «Solche Gelegenheiten muss man ausnützen.» Das haben sich auch ganz viele andere gedacht. Über 830 Stühle wurden reserviert. «Wir bekommen immer wieder Anfragen, ob Stühle zu kaufen sind», sagt Alexandra Sterk, Geschäftsführerin der Sterk Cine AG. Bereits 2008, als das Unternehmen die Säle im Kino Sterk renovierte, konnten Kunden Stühle erwerben. Sie waren gratis, mussten aber selber demontiert werden. «Der Aufwand für den Stuhlverkauf ist gross, aber die Kunden haben Freude an der Aktion.» Im Kinosaal 1 laufen die Abbauarbeiten; die Säle 2 und 3 sind leergeräumt. In ihnen stehen Baugerüste für die Handwerker.

Dass die Umbauarbeiten im Sommer stattfinden, ist nicht überraschend: Trotz Sommerblockbuster sind die Besucherzahlen tiefer als im Winter. Zusätzlich hält auch die WM einige Besucher vom Kino fern. «Eine Sanierung im Winter wäre keine Option», sagt Sterk. Während der Arbeiten läuft der Kinobetrieb aber geregelt weiter. In mindestens zwei Sälen werden täglich Filme gezeigt. Zusammen mit den Kinosälen wird auch die «Bubble Bar» saniert. «Das neue Design hat mit Film und Schauspielern zu tun», sagt Sterk. Deshalb wird die Bar in «Kinobar» umbenannt. Die Sanierung kostet rund 1,8 Millionen Franken. Alexandra Sterk hält aber fest: «Wir werden die Eintrittspreise nicht erhöhen.»