Baden
Das umstrittene Projekt an der Meierhofstrasse soll nun gebaut werden

Obwohl die Hürden für den Neubau an der Meierhofstrasse 15 beseitigt sind, äussert sich der Architekt kritisch. «Ich will mit dem Projekt nichts mehr zu tun haben», sagt der Badener Architekt Rolf Billing, der den Projektauftrag hatte.

Corinne Rufli
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Bauprojekt an der Meierhofstrasse: Heute noch eine Lücke, bald eine Überbauung

Bauprojekt an der Meierhofstrasse: Heute noch eine Lücke, bald eine Überbauung

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Die Lastwagen sind mit dem Bauschutt der abgerissenen Häuser bereits wieder verschwunden. Eine grosse Lücke klafft in der Kurve der Meierhofstrasse.

Ein Jahr nach der Baubewilligung kommt Bewegung in das Projekt. Das geplante, moderne 8-Familien-Haus hat einige Umwege und mehrere Handwechsel hinnehmen müssen. Das erste Baugesuch für das Projekt «Meierhöfli», oder auch mal «Baden City West» genannt, war nicht bewilligungsfähig. Nach der negativen Beurteilung im Sommer 2010 und mehreren Einwendungen aus der Nachbarschaft wurde daraufhin das Projekt abgeändert.

Neu entstehen noch 8 statt 10 Wohnungen; die Gebäudehöhe wurde reduziert, wie auch die Abgrabungen. Somit gilt das Gebäude, das in der W2-Zone liegt, als zweigeschossig. Zudem sind die meisten Wohnungen neu gegen Westen, statt, wie vorher geplant, gegen Süden ausgerichtet. Denn es galt, den Grenzabstand vor der Hauptwohnseite einzuhalten. Weiter wird die Tiefgarage nur noch 14 statt wie geplant 18 Parkplätze enthalten.

«Nach der Überarbeitung des Projektes wurde eine Einwendung zurückgezogen und die anderen wurden abgewiesen», erklärt Hugo Aerni, Sachbearbeiter Baubewilligungsverfahren der Stadt Baden. Die Baubewilligung wurde im Januar 2011 erteilt.

Architekt ist nicht mehr dabei

«Ich will mit dem Projekt nichts mehr zu tun haben», sagt der Badener Architekt Rolf Billing. Er hatte den Auftrag bekommen, das Projekt Meierhofstrasse 15 auszuarbeiten.

Doch nach der Baubewilligung hatte die Estimo AG das Kaufrecht des Areals an die Acama Immobilien AG aus Sursee weitergegeben – eine Totalunternehmung mit eigenem Architekturbüro. «Damit war ich nicht mehr am Projekt beteiligt», sagt Billing. Zwar habe er Acama eine Offerte für die weitere Zusammenarbeit gemacht, «aber sie wollten meine Arbeit zu einem unrealistischen Honorar», wie Billing sagt. «Grosse Firmen haben andere Qualitätsansprüche als kleine Architekturbüros.»

Mittlerweile wurde Billings Projekt von den neuen Architekten nochmals bearbeitet. «Wir erkennen unser Haus nicht mehr. Es ist nicht mehr dasselbe», sagt er. Die Innenräume seien den Kundenwünschen angepasst worden und entsprächen nicht mehr den Ideen des Entwicklers. Billing: «Ich kann gar nicht hinsehen, wenn ich an diesem Grundstück vorbeigehe.» Seite 28