Vor knapp einem Jahr lancierte die Jugendarbeit Wettingen das Urban Gardening-Projekt «Garten jEden» in der Gemeinde. Sie verteilte 25 grosse Holzkisten, die mit Erde gefüllt und bepflanzt wurden in ganz Wettingen. Insgesamt 12 Paten, darunter auch die Stiftung Arvo, übernahmen für ein Jahr die Pflege für das Gemüse und Obst, das in den Kisten spriesste. Die Idee: Jeder darf Salate, Spinat, Karotten, Tomaten oder Erdbeeren ernten. Informationen, wann welches Gemüse oder Obst reif ist und was man daraus kochen kann, konnte man online abrufen. Einfach mit dem Smartphone den QR-Code auf der Kiste einlesen und schon ploppten die Infos auf.

Die Idee für den «Garten jEden», den jeder nutzen darf und soll, kam von Flavio Uhlig von der Jugendarbeit Wettingen. Inzwischen trägt das Projekt in der ganzen Region Früchte. «Bei einem Treffen des Netzwerks der Jugendarbeit Region Baden, haben wir das Projekt vorgestellt», sagt Uhlig. «Unsere Idee stiess auf grosses Interesse bei den Jugendarbeitern aus den anderen Gemeinden.»

Dem Netzwerk der Jugendarbeit gehören insgesamt 13 Gemeinden aus dem Bezirk Baden an. Dieses Jahr wird der «Garten jEden» in Baden, Ennetbaden, Ehrendingen und Würenlos eingeführt. Hier suchen die Jugendarbeiter derzeit Familien, Schulklassen, Firmen und Privatpersonen, die für eine Pflanzkiste eine Patenschaft übernehmen. Sie stellen einen öffentlich zugänglichen Platz für ein oder mehrere Hochbeete zur Verfügung und pflegen von März bis Oktober das Gemüse und Obst, welches in den Kisten gesetzt wird. Die Setzlinge für die Mischkulturen werden durch die jeweilige Jugendarbeit organisiert, ebenso die Hochbeete und die Erde. Den finanziellen Aufwand übernimmt die Fachstelle Jugendarbeit Baden. «Die Paten müssen nur die Zeit für die Pflege aufwenden», sagt Stellenleiterin Sandra Perego. Sie hofft, dass in den vier Gemeinden insgesamt 50 Hochbeete aufgestellt werden können.

«Die Klostergärtnerei Wettingen stellt 10 verschiedene Varianten von Mischkulturen zusammen. Die Paten können sich dann aussuchen, mit welcher Variante sie ihr Hochbeet bepflanzt haben möchten», erklärt Perego.

Man habe sich bewusst für ein Projekt entschieden, das nicht ausschliesslich für Kinder und Jugendliche gedacht ist, sondern allen Interessierten offensteht. Perego erklärt: «In unseren Gemeinden gibt es keine eigentliche Gemeinwesenarbeit, die solche Projekte abdeckt. Deshalb übernehmen das bei uns die Jugendarbeitsstellen.»

«In Wettingen war unser ‹Garten jEden› ein voller Erfolg», sagt Uhlig, der jüngst eine Umfrage bei den Paten gemacht hat. Den Gemeinschaftssinn zu fördern und Leute miteinander in Kontakt zu bringen, sei ein wichtiges Ziel des Projekts gewesen. «Das haben wir geschafft, denn unsere Paten berichten, sie seien mit Nachbarn und Passanten ins Gespräch gekommen, etwa wenn diese Gemüse ernteten oder während des Gärtnerns», sagt Uhlig.

Während weitere der 13 Mitgliedgemeinden des Fachstellennetzwerks grosses Interesse bekunden und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt beim Projekt mitmachen werden, wird aussgerechnet Wettingen, wo der «Garten jEden» als erstes spriesste, das Projekt vorerst nicht weiterführen. «Für Gemeinwesen-Projekte, die ausserhalb des eigentlichen Auftrages der Jugendarbeit laufen, fehlen die personellen Ressourcen», sagt Uhlig. Denn so ein Projekt zu begleiten, brauche seine Zeit. Insbesondere die Pflege der Website mit den Infos zu den verschiedenen Gemüse- und Obstsorten und den dazugehörigen Rezepten beanspruche Zeit. Die 25 Wettinger Hochbeete bleiben aber grösstenteils stehen. «Viele Patenschaften werden auf eigene Faust weitergeführt, was natürlich grossartig ist», sagt Uhlig. Zudem gäbe es bereits Privatpersonen, die verwaiste Pflanzkisten beackern wollen.

Derweil kann man sich in den anderen vier Gemeinden noch für ein Hochbeet bei der jeweiligen Jugendarbeitsstelle melden. «Wir haben keinen Termin festgelegt, bis wann man sich anmelden soll», erklärt Perego. «Da wir aber für die Organisation einige Wochen Vorlaufzeit brauchen, sollten sich interessierte Personen bald melden.» Am 2. April werden die Kisten in die Gemeinden geliefert und bepflanzt.