Mellingen

Das «Weisse Kreuz» braut bald sein eigenes Bier

Das «Weisse Kreuz», eine Beiz mit Tradition, wird zu einer Gasthofbrauerei mit Brasserie und «Stübli». Die Idee dazu hatten die Gebrüder Knecht. Sie investieren in den Umbau des Lokals nun 1,5 Millionen Franken. Im April 2012 soll es wieder öffnen.

Die Idee kam den Gebrüdern Knecht über Nacht: Eine Bierbrauerei, klein aber fein, mitten in der historischen Altstadt von Mellingen und zwar dort, wo einst vom gewöhnlichen «Büezer» bis zum Gemeinderat jeder gerne seinen Wein trank – im «Weissen Kreuz». Das Restaurant ist seit März geschlossen. Mit der geplanten Eröffnung der «Brauerei zum Weissen Kreuz» im April 2012 soll auch das Restaurant zum Leben erweckt werden. Dass die Brüder überhaupt auf eine solche Idee kamen, ist kein Zufall: Sie stammen aus einer Döttinger Winzerfamilie.

1,5 Millionen Investition

Nach einer rund sechsmonatigen Planung besiegelten die vier Brüder mit der Firmengründung der «Brauerei zum Weissen Kreuz AG» Anfang Juni ihr Vorhaben. «Jetzt sind wir so weit», bestätigt Stefan Knecht aus Mellingen, Präsident des Verwaltungsrates der AG und Besitzer des Restaurants. Ende dieser Woche werde das Logo festgelegt, nächste Woche folge die Baueingabe. Die operative Leitung des Restaurants und der Brauerei werde Drittpersonen anvertraut.

Was Stefan Knecht mit dem «Weissen Kreuz» in Mellingen vorhat

Was Stefan Knecht mit dem «Weissen Kreuz» in Mellingen vorhat

Drei Lokale zur Auswahl

Mit einer Investition in der Höhe von rund 1,5 Millionen sollen das Restaurant und der angrenzende Schopf umgebaut werden. «Im Schopf entstehen die Brauerei und das Kulturlokal Struzzi’s.» Struzzi sei sein Spitzname im Volleyball, ergänzt Knecht und lacht. In diesem Lokal sollen nebst einem Barbetrieb auch kulturelle Veranstaltungen aller Art über die Bühne gehen.

Im «Weissen Kreuz» entstehen gleich zwei Lokale – im Erdgeschoss eine Brasserie und im ersten Stock ein «Stübli». Zudem seien zwei Hotelzimmer sowie eine Attikawohnung geplant. Wie die Brasserie und das «Stübli» aussehen sollen – davon hat Knecht eine konkrete Vorstellung. Inspiriert wurde er von der Brasserie Bavaria in der Lausanner Altstadt. «Während der Planungsphase reisten einige aus dem Planungskomitee, darunter Bierbrauer, mit mir von Brauerei zu Brauerei durch die ganze Schweiz. Wir konnten dabei eine Menge an Informationen und Erfahrungen zusammentragen.»

Ein Bier zu Ehren von Agnes Heuer

Als Konkurrenz zu den beiden grossen Brauereien Müller in Baden und Lägerebräu in Wettingen sieht sich Knecht nicht. «Wir möchten den Zeitgeist mit eigenen, authentischen Spezialitäten treffen.» Gebraut werde Lager-, Hefeweizen-, Dinkel- und Dunkelbier. «Es wird Saison-Biere geben und ein ‹Jule-Bräu›.» Ohne «Jule-Bräu» (Weihnachtsbier) gehe gar nichts. Seine Frau sei Dänin und bestehe darauf, sagt Knecht und lacht. «Das ‹Jule-Bräu› ist dunkel und enthält Lakritze», erklärt er. Eines der Biere werde Agnes Heuer gewidmet. Dem Mellinger Wirten-Original also, das während über 39 Jahren im «Weissen Kreuz» ausgeschenkt hat.

Knecht hofft, dass mit der Eröffnung wieder Leben in die Altstadt kommt. Gespannt darf man nun auf das Mellinger Bier warten.

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