Baden
Dättwiler Weiher: Beim täglichen Ampel-Poker gelten klare Spielregeln

Täglich kommt es hier zu längeren Wartezeiten. Die Autofahrer fühlen sich bei Pförtneranlage an der Mellingerstrasse benachteiligt – zu Unrecht, sagt der Kanton

Daniel Vizentini
Drucken
Teilen
Fünf Autos werden weiterfahren können, wenn die Ampel auf Grün schaltet. Für die anderen heisst es weiterhin: Geduld.dvi

Fünf Autos werden weiterfahren können, wenn die Ampel auf Grün schaltet. Für die anderen heisst es weiterhin: Geduld.dvi

Daniel Vizentini (dvi)

Wer mit dem Auto von Dättwil aus in Richtung Badener Innenstadt fährt, kennt das Prozedere: Vor der Pförtneranlage beim Badener Tor wird der Verkehr auf zwei Spuren aufgeteilt. Wechselweise schaltet die Ampel bei jeder Spur mal auf Grün. Das jedenfalls theoretisch: Autofahrer berichten nämlich, dass hie und da eine Spur zweimal hintereinander auf Grün schaltet, während ausgerechnet diejenige, auf der sie sich befinden, bei Rot bleibt.

Kurt Grauwiler, Leiter Verkehrstechnik beim Kanton, hat Verständnis für die Autofahrer, die sich verschaukelt fühlen. «Klar, wenn ich im Stau stehe, bekomme ich auch das Gefühl, dass ich benachteiligt werde», sagt er. Doch er versichert, dass technisch keine Ungleichbehandlung stattfindet. «Die beiden Ampeln sind so eingestellt, dass sie abwechslungsweise auf Grün schalten», sagt er.

Weil die heranfahrenden Busse auf der Busspur ganz rechts die Ampelanlage beeinflussen – Busse haben stets Vortritt vor dem Individualverkehr –, könne es aber vorkommen, dass das Auslösen der Ampel auf einer Fahrspur mal ausgelassen wird. So könnte der Eindruck entstehen, dass eine Spur zwei Mal hintereinander auf Grün schaltet. Die Länge der wartenden Autokolonne beeinflusse die Ampeln nicht, sagt Grauwiler, auch wenn Sensoren auf dem Boden erkennen, wie lange der Stau ist.

«Die Ampeln sind so eingestellt, dass zu Normalzeiten alle Autos durchfahren können», so Grauwiler. Bei viel Stau seien es lediglich fünf bis sechs Autos pro Grünphase. Beobachtungen vor Ort bestätigen diese Aussagen: Als zuerst die linke Ampel auf Grün schaltet, fahren fünf Autos durch, eines davon bei Gelb. Kaum zeigt die linke Ampel Rot, stellt die rechte Ampel auf Grün. Fünf Autos passieren, ein sechstes drängt sich sogar bei Rot noch durch. Während der beobachteten Zeitspanne wählen weitaus mehr Autos die rechte Spur als die linke.

Eine Taktik, um rascher vorwärts zu kommen, gibt es nicht. Eine Faustregel könnte aber lauten: Stehen auf einer Spur weniger als fünf Autos, ist die Chance gross, beim nächsten Grün dort durchzukommen. Sonst ist egal, welche der beiden Spuren man wählt. Damit sich der Verkehr nicht zu sehr aufstaut, sollten sich die Autofahrer auf beiden Spuren gleichmässig verteilen. «Das ist am sinnvollsten», sagt Grauwiler.

Die Erweiterung auf zwei Spuren wurde Mitte 2013 fertiggestellt. Der Gedanke dahinter war, den Stauraum beim Dättwiler Weiher zu erweitern, damit sich die Autos zu Stosszeiten nicht wie früher bis zur Autobahnausfahrt aneinanderreihen. Dies hat sich seitdem verbessert. Auswertungen des Kantons Ende 2013 zeigten zudem, dass sich die Fahrzeit bis zum Schulhausplatz um eine Minute verkürzt hat (die az berichtete).

Gemäss Grauwiler gilt die Achse Mellingerstrasse als sehr stark belastet. Der Grundgedanke hinter der Pförtneranlage sei denn auch, Staus ausserhalb der Siedlungsgebiete zurückzuhalten, um den Verkehr im Zentrum flüssig zu behalten.

Aktuelle Nachrichten