Klosterspiele Wettingen
«De Franzos» sorgt bei den Klosterspielen Wettingen für Aufsehen

Am Donnerstag Abend feierte «De Franzos im Aargau» Premiere bei den Klosterspielen Wettingen. Die eindrückliche Komödie wird noch bis am 4. August aufgeführt.

Elisabeth Feller
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Apéro vor Vorstellungsbeginn
19 Bilder
Verena und Lieli Flüglistaller finden die Atmosphäre ganz grossartig
Auch Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, schaute sich die Premiere an.
Auf dieser Wiese liegen Kleider - Ausdruck für die Kriegsopfer Auf dieser Wiese liegen Kleider - Ausdruck für die Kriegsopfer
De Franzos im Aargau
Kloster-Kulisse
Der einzelne Soldat wird in die Mangel genommen

Apéro vor Vorstellungsbeginn

Aargauer Zeitung

2009 war warme Bekleidung unverzichtbar; 2011 genoss das Publikum das Prachtwetter bei der Premiere von Thomas Hürlimanns Komödie «De Franzos im Aargau». Aus dem originalen «De Franzos im Ybrig» hatte der Autor für Wettingen einen Franzosen im Aargau gemacht.

Mit gutem Grund. Das Kloster Wettingen wurde 1798 von den Kriegsmächten besetzt und der Aargau von Soldaten heimgesucht. Regisseur Volker Hesse zeigte das Werk vor dem Hintergrund dieser dramatischen Situation. Für Hesse war Wettingen ein Ort, der ihn «vieles spüren liess: Klostergeschichte, Helvetik und Moderne».

Wettingen, eine Spitzendestination

Von einer «brüllenden» Sonne wie in schlechten Kriminalromanen spricht an der Premiere niemand. Dafür von einer kraftvollen, die am frühen Abend die Premierengäste in Hochstimmung versetzt. Nicht nur sie. Auch Walter J. Erni vom Gasthof Sternen ist ergriffen: «Gibt es einen schöneren Ort als die Klosterhalbinsel?» Nein. Deshalb ist Wettingen auch an diesem Tag eine Spitzendestination. Und das nicht zuletzt, weil erstmals eine Komödie auf dem Programm der Klosterspiele steht, Thomas Hürlimanns «De Franzos im Aargau.» Das Werk ist bekannt, bloss: Wie wird es Regisseur Volker Hesse diesmal umsetzen?

Die Neugier ist nicht nur im Aargau gross, wie der Aufmarsch beweist. Ins Schweizerdeutsche mischt sich ab und an eine nach Süddeutschland klingende Färbung. Der Blick bleibt an zwei Gästen hängen: Die Alt-Bundesräte Christoph Blocher und Moritz Leuenberger statten Wettingen einen Besuch ab.

«Was bedeuten diese Fahnen?»

Wohin man auch blickt, sieht man bekannte Gesichter aus Politik und Kultur. Selbst wenn er seine Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckt, erkennt man den Schriftsteller Klaus Merz sofort. Auch Urs Widmer sichtet man; den Literatur- und Theaterkritiker Charles Linsmayer ebenso. Er wird sich sofort nach der Aufführung vor den Computer setzen, um für die «Nachtkritik», das Kultportal im Netz, eine Rezension zu schreiben. Eine Besucherin stupft ihren Begleiter: «Was bedeuten diese von den Bäumen hängenden orangefarbenen Plastikfahnen?»

Er hat sich orientiert: «Das sind Leichensäcke.» Sie zuckt zusammen. Hansueli Trüb, Wettingens Kultursekretär, nickt: «Ja, ja, es ist nicht nur lustig heute Abend.» Trüb bekommt ein Zeichen - das Tor öffnet sich; die Zuschauer strömen in den Park und werden in Gruppen eingeteilt. Weiter vorne, bei einer mit Kleidern übersäten Wiese, machen sich Frauen, Volk, Soldaten und Mönche bereit. Ein Trommelwirbel - «De Franzos im Aargau» ist definitiv in Wettingen angekommen.

Gespielt wird bis am 4. August im Kloster Wettingen. Mehr Informationen zu den Klosterspielen finden Sie hier!

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