Niederrohrdorf
Defizit von 1 Million Franken abgewendet

Neben einer Steuererhöhung hat der Gemeinderat im Budget 2018 verschiedene Kürzungen beschlossen. Nicht nur Senioren oder Gemeinderäte müssen dabei Abstriche machen.

Carla Stampfli
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Heinz Jossi (SP) Gemeinderat und Finanzvorsteher

Heinz Jossi (SP) Gemeinderat und Finanzvorsteher

Der Seniorenausflug, der Neujahrsapéro, der Neuzuzügertag und die Jungbürgerfeier. Laut Budget 2018 der Gemeinde Niederrohrdorf sollen diese Anlässe ab nächstem Jahr nicht mehr durchgeführt werden. Der Grund: Bei der ersten Budgetberatung war der Gemeinderat noch mit einem Defizit von rund einer Million Franken konfrontiert.

«Angesichts dieser Zahl sind wir erschrocken», sagt Gemeinderat und Finanzvorsteher Heinz Jossi (SP). Aufgrund dieser schwierigen Ausgangslage habe man beschlossen, den Steuerfuss um drei Prozentpunkten zu erhöhen. Sprich, auf den Steuerfussabtausch (Kanton plus drei Prozent, Gemeinden minus drei Prozent) zu verzichten. «Mit der Steuerfusserhöhung von drei Prozentpunkten können wir Mehreinnahmen von rund 300 000 Franken generieren», sagt Jossi. Darüber hinaus hat der Gemeinderat umfassende Sparmassnahmen für 2018 und die Folgejahre beschlossen.

«Beim Budgetprozess war uns wichtig, dass alle Anspruchsgruppen – vom Gemeinderat bis zu den Senioren – einen Teil zur Entlastung des Haushalts beitragen sollen», sagt Jossi. Man sei sich bewusst, dass die Sparmassnahmen für die Betroffenen einschneidend seien und nicht auf Begeisterung stossen würden. «Doch wir sind der Meinung, dass die im Budget 2018 vorgenommenen Kürzungen vertretbar sind.»

460 700 Franken eingespart

Neben den eingangs erwähnten Sparmassnahmen sollen ab nächstem Jahr unter anderem die folgenden umgesetzt werden.

  • Es werden nur noch ortsansässige Vereine und Institutionen finanziell unterstützt.
  • Der Gemeinderat wird Gratulationen erst ab dem 90. Geburtstag persönlich überbringen.
  • Die Spesen des Gemeinderats werden reduziert, und die alle zwei Jahre stattfindende Gemeinderatsreise wird gestrichen.
  • Die Begrüssung und Verabschiedung von Kommissionsmitgliedern wird in einem reduzierten Rahmen erfolgen.
  • Beim Personal werden die Abgabe von Reka-Checks und die interne Weiterbildung ausgesetzt. Weitere Reduktionen erfolgen unter anderem beim Weihnachtsessen und bei den Verbandsbeiträgen.
  • Die Broschüren für die Gemeindeversammlungen werden den Stimmberechtigten grundsätzlich elektronisch zur Verfügung gestellt beziehungsweise nur noch auf Verlangen in Papierform abgegeben.
  • Das Globalbudget der Schule wird um fünf Prozent gekürzt.
  • Verschiedene Unterhaltsarbeiten werden gestrichen oder auf die nächsten Jahre verteilt.
  • Die Tarife der Tagesstrukturen werden um fünf Prozent erhöht.

Mit den vorgenommenen Massnahmen hat der Gemeinderat Einsparungen in Höhe von 460 700 Franken erzielen können. Nichtsdestotrotz: Das Budget 2018 weist bei einem Steuerfuss von 97 Prozent einen Aufwandüberschuss von 280 100 Franken auf (Vorjahr: Ertragsüberschuss von 484 400 Franken).

«Hätten wir noch einen Beitrag aus den Aufwertungsreserven entnommen, wäre der Voranschlag ausgeglichen», sagt Jossi. Doch man habe bewusst auf buchhalterische Tricks verzichten wollen. «Vielmehr ist uns wichtig, dass die Eigenfinanzierung stimmt.» Mit rund 1,5 Millionen Franken stehe die Gemeinde Niederrohrdorf gut da. «Damit sollten wir die in der zehnjährigen Planungsperiode anstehenden Investitionen, etwa für die Erweiterung des Primarschulhauses, decken können.»

Über das Budget 2018 und die darin enthaltenen Kürzungen wird die Gemeindeversammlung am 24. November befinden.