Obersiggenthal
Defizitäres Schwimmbad soll saniert werden – und danach mehr Besucher anlocken

Der Gemeinderat will das Bad erneuern lassen. Voraussichtliche Kosten: Fünf Millionen Franken. Kann sich die Gemeinde diese Investition leisten?

Pirmin Kramer
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Das Hallen- und Gartenbad wird zum Thema. Der Gemeinderat beantragt einen Verpflichtungskredit von 175 000 Franken; mit diesem Geld soll ein Vorprojekt für die Sanierung des Schwimmbades ausgearbeitet werden.

Das Hallen- und Gartenbad wird zum Thema. Der Gemeinderat beantragt einen Verpflichtungskredit von 175 000 Franken; mit diesem Geld soll ein Vorprojekt für die Sanierung des Schwimmbades ausgearbeitet werden.

Severin Bigler

Diesen Sonntag finden in Obersiggenthal zwei wichtige Entscheide an der Urne statt – die Wahl des Gemeindeammanns und die Abstimmung über eine Steuerfusserhöhung.

Nur vier Tage nach dem wichtigen Urnengang wird im Einwohnerrat bereits der nächste zukunftsweisende Entscheid gefällt: Das Hallen- und Gartenbad wird zum Thema.

Der Gemeinderat beantragt einen Verpflichtungskredit von 175'000 Franken; mit diesem Geld soll ein Vorprojekt für die Sanierung des Schwimmbades ausgearbeitet werden. Die Sanierungskosten werden zum jetzigen Zeitpunkt auf fünf Millionen Franken geschätzt.

Noch vor zehn Jahren, als die Gemeinde finanziell deutlich besser dastand als heute, wäre der Kredit wohl ohne grosse Diskussionen genehmigt worden. Doch in den vergangenen vier Jahren war das defizitäre Bad im Einwohnerrat immer wieder ein Thema, wenn es um die Frage ging, wo die Gemeinde sparen könnte. Dies, weil das jährliche Defizit zuletzt beinahe eine halbe Million Franken betrug.

Finanzkommissionspräsident Peter Marten (FDP) reichte gar ein Postulat mit der Frage ein, ob ein Betrieb nur im Sommer oder nur im Winter Sinn machen würde. Dazu schreibt der Gemeinderat, eine saisonale Einschränkung des Betriebes lohne sich wirtschaftlich nicht, da die Verflechtungen von Gartenbad und Hallenbad sehr gross seien.

Stattdessen schlägt der Gemeinderat vor, sowohl beim Hallen- als auch beim Gartenbad Sanierungen durchzuführen. Nicht mehr in gutem Zustand sind unter anderem die Flachdächer, die Fenster der Schwimmhalle, die Beleuchtungen, die Betonoberflächen, Sanitäranlagen, die Steuerung der Badewasseraufbereitung und die Garderoben.

Zu den Befürworten des Verpflichtungskredites zählen die beiden Gemeindeammannkandidaten Dieter Martin (FDP) und Linus Egger (CVP). Dieter Martin, amtierender Ammann, sagt: «Unser schönes Hallen- und Gartenbad ist etwas, das Obersiggenthal auszeichnet und somit einen einmaligen Standortwert darstellt. Mir ist es wichtig, diesen Standortvorteil erhalten zu können.»

Aufgrund der Finanzlage würde der Gemeinderat den Bau auf verschiedene Jahre und Etappen aufteilen und somit die finanzielle Last verteilen. «Der Gemeinderat erhofft sich, dass mit einer moderaten Modernisierung des Hallen- und Gartenbades die Besucherzahlen des Hallen- und Gartenbades wieder gesteigert und dadurch die Kosten für die Gemeinde gesenkt werden können.»

Auch Linus Egger sagt, das Bad leiste einen wichtigen Beitrag zur Standortqualität. Die Frage, ob sich Obersiggenthal die Sanierung finanziell leisten könne, beantwortet er so:«Die 5 Millionen Franken sind noch nicht in Stein gemeisselt. Die Sanierung wird in Etappen realisiert und kann somit über Jahre verteilt werden.» Weiter sagt er: «Würde das Hallenbad geschlossen, hätte die Schule ein Hallenproblem und könnte nicht mehr den notwendigen Raum zur Verfügung stellen.»

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