Bereits Anfang Jahr begeisterte der Badenfahrtspielfilm «Breaking Badenfahrt» im Kulturlokal Royal die Zuschauer. Nun ist ein weiteres filmisches Highlight zum zehntägigen Volksfest vom vergangenen Jahr zu sehen. Das Filmteam um Regisseur und Produzent Rolf Lang gibt auf der Website badenfahrt-film.ch einen Vorgeschmack auf den rund 90-minütigen Kinodokumentarfilm, der Ende September Kinopremiere feiern soll.

In einem Kurzfilm erhalten Badenfahrt-Fans einen Eindruck vom Film. Der zehnminütige Filmteaser wurde eigens für die Website produziert. «Die Szenen werden im späteren Dokumentarfilm anders zu sehen sein. Hier sollen sie einfach einen Eindruck geben, was die Zuschauer erwartet», sagt Regisseur Rolf Lang. Dadurch können die künftigen Zuschauer bereits jetzt ein Feedback geben. «Wir haben schon einige Rückmeldungen erhalten und die Leute wollen definitiv mehr sehen», sagt Lang.

Der Dokfilm, der bisher erst den Arbeitstitel Badenfahrt trägt, stellt die Vereine und die Freiwilligenarbeit ins Zentrum und soll die Emotionen derjenigen zeigen, die das Fest auf die Beine gestellt haben. «An der Badenfahrt fasziniert mich insbesondere die Motivation der unzähligen Menschen, das Fest zu gestalten und diesen enormen Einsatz zu leisten», sagt der Ennetbadener Filmemacher, der mit seiner Firma Redspace AG in Schlieren stationiert ist.

«Es braucht schon einen ganz speziellen Nährboden, damit sich so viele Menschen für ein Fest engagieren und in einer Kleinstadt wie Baden ein Fest für eine Million Menschen stattfinden kann.» Auch die Vielfalt an der Badenfahrt bringe ihn immer wieder ins Staunen. Schon viermal hat Lang daran teilgenommen. «Für jeden ist etwas dabei und entsprechend besuchen Menschen unzähliger Kulturen und jeden Alters das Fest.» Das beeindrucke ihn immer wieder und deshalb habe er den Wunsch, einen Film über die Badenfahrt zu machen, schon vor zehn Jahren gehabt, erzählt der 36-Jährige.

Premierentickets und Filmkurs

Mit der Website zum Badenfahrt-Dokfilm verfolgen Rolf Lang und sein Team auch einen ganz konkreten Zweck: Sie bitten um Mithilfe bei der Finanzierung des Films. 45'000 Franken sollen durch freiwillige Beiträge zusammenkommen. Das Crowdfunding läuft nicht wie bei anderen Projekten über eine der bekannten Plattformen, sondern ausschliesslich auf der Website des Films. Als Gegenleistung für die Spendenbeiträge hat sich die Filmcrew einiges einfallen lassen. Nebst DVDs des Films, Premierentickets, dem eigenen Namen im Vorspann oder einem Filmabend mit dem Regisseur, erhält man für 1500 Franken als Gegenleistung einen Filmkurs bei Regisseur Rolf Lang.

Rund 200'000 Franken kostet die Produktion des Dokumentarfilms. Das Badenfahrt-OK und die Stadt Baden haben je 10 000 Franken gesponsert. «Diese Beträge liegen absolut im Rahmen, da wir den Film unabhängig produzieren – uns also niemand Vorgaben machen kann», erklärt Lang. Doch aktuell klafft noch ein Loch in der Kasse. «Nicht alle Förderstellen haben wie erhofft Beiträge gesprochen», sagt Lang. Dafür habe er Verständnis, schliesslich gebe es unzählige Projekte, die finanzielle Hilfe ersuchen. «Da hat unser Film nicht immer Priorität.» Einige Antworten auf Gesuche um Fördergelder stehen noch aus.

Dreharbeiten mit Hansrudolf Twerenbold:

Doch für den Fall, dass das benötigte Geld aus dem Crowdfunding nicht zusammenkommt, gibt der Regisseur Entwarnung: «In diesem Fall würde der Film, der nach den Kinos auch im Fernsehen zu sehen sein soll, erst später Premiere feiern.» Denn dann müsste Lang einen Grossteil der Arbeit, die noch ansteht, übernehmen und in seiner Freizeit erledigen. «Vieles wurde zwar ohnehin ehrenamtlich erarbeitet», sagt Lang, der selber schon weit über 1000 Arbeitsstunden in die Produktion investiert hat und derzeit ehrenamtlich dafür arbeitet. «Doch grundsätzlich werden die Mitarbeiter für ihre Arbeit bezahlt. Schliesslich müssen sie ihre Familien ernähren können.»

Badenfahrt 2017 – die schönsten Augenblicke: