Wettingen

Dem Dirigenten ein «Bravo» entlockt

Altus-Besetzung Flavio Ferri-Benedetti: Ungekünstelt und technisch brillant. matthias steimer

Altus-Besetzung Flavio Ferri-Benedetti: Ungekünstelt und technisch brillant. matthias steimer

Die Koloraturen perlten in aller Lockerheit, die Spannungsbögen schienen kein Ende zu nehmen. Das Stella Maris Orchestra verwebt unter dem Motto «Leidenschaft» Barock und Klassik

Der barocke Komponist Antonio Vivaldi und der klassische Komponist Joseph Haydn lassen sich bestens kombinieren, wie das Stella Maris Orchestra unter Beweis stellte.

Am Samstagabend spielte das semiprofessionelle Orchester den Psalm «Nisi Dominus» und die Motette «Sum in medio tempestatum» von Vivaldi sowie die Sinfonien Nr. 26 und Nr. 52 von Haydn.

Die Programmgestaltung vermochte Epochen ineinanderzuverweben: In den Spätwerken Vivaldis klingt bereits der galante Stil an, wohingegen die Sinfonien Haydns noch barocke Elemente aufnehmen. So begleitete denn auch das Cembalo ganz in barocker Tradition.

Gebanntes Publikum

Leidenschaft lautete das Thema des Konzertes. Dahin gehend optimal war die Altus-Besetzung mit Flavio Ferri-Benedetti. Selten vermag es ein Solist derart ungekünstelt Emotionen auszudrücken und gleichwohl technisch zu brillieren.

Die Koloraturen perlten in aller Lockerheit, die Spannungsbögen schienen kein Ende zu nehmen, der Altus schwitzte vor gebanntem Publikum bis zur Zielnote. Ferri-Benedetti entlockte sogar dem Dirigenten Spagnuolo ein spontanes «Bravo!».

Der Auftritt wäre nicht annähernd so ergreifend gewesen, hätte das Orchester dem Solisten nicht ermöglicht, expressiv hervorzutreten; es liess ihm Raum, ohne zurückhaltend zu sein.

Dabei spielten die Streicherinnen und Streicher auf ihren historischen Instrumenten äusserst virtuos. Vor allem aber performte das noch junge Stella Maris Orchestra exakt und flexibel.

Fortschritte auf hohem Niveau werden sichtbar: Die professionellen Stimmführer und die fortgeschrittenen Laien verschmelzen zusehends zu einem homogenen Klangkörper. Man darf sagen: Cristoforo Spagnuolo leitet ein apartes Orchester für anspruchsvolle Gäste.

Das grosse Publikumsinteresse gibt dem Projekt recht: Die Aula des Klosters Wettingen, welche fürs Konzert schmuck beleuchtet wurde, war fast bis auf den letzten Platz besetzt - nicht allein von Angehörigen, sondern auch von Sponsoren und Kulturinteressierten weither.

Das Stella
Maris Orchestra trat gestern auch in Seon auf. Das Programm «La Passione» gibt es noch ein drittes Mal zu hören.

Weitere Aufführung: La Passione, Sonntag, 17. März, 17.15 Uhr, Verenamünster, Bad Zurzach.

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