Seit 15 Jahren ist das Familienzentrum Karussell in Baden Anlaufstelle für die Fragen und Probleme von Eltern. Um die Zukunft zu sichern, hat der Trägerverein im letzten Sommer entschieden, ein professionelles Familienzentrum für die Region Baden aufzubauen. Dazu braucht das «Karussell» grössere Räume und eine langfristig sichergestellte Finanzierung.

Das erste Ziel ist mit den neuen Räumlichkeiten an der Haselstrasse erreicht. Und Ende Februar hiess der Badener Stadtrat den Finanzierungsantrag von jährlich 200 000 Franken für das vierjährige Pilotprojekt «Haselstrasse» gut.

Nun gerät das Projekt ins Stocken: Der Gemeinderat Wettingen lehnt den jährlichen Betriebskostenanteil von 100 000 Franken und den einmaligen Investitionskostenbeitrag von 50 000 Franken für die Weiterentwicklung des Familienzentrums ab. «Der Gemeinderat anerkennt die Leistungen des Familienzentrums Region Baden ausdrücklich», heisst es auf Nachfrage. So leistete Wettingen finanzielle Unterstützung von anfänglich 5000 Franken und verdoppelte den Beitrag vor zwei Jahren auf 10 000 Franken.

«Diesen Beitrag werden wir auch weiterhin entrichten, aber eine Erhöhung um 1000 Prozent kommt nicht infrage», teilt der Gemeinderat mit. Diese Erhöhung würde vor dem Einwohnerrat nicht Stand halten. Es gäbe bereits verschiedenste ähnliche Angebote in der Region. Zudem unterstütze die Gemeinde die regionale Mütter- und Väterberatung mit rund 175 000 Franken jährlich. «Der Gemeinderat ist aber gerne bereit, mit dem Vorstand des Familienzentrums über ein angepasstes Konzept zu diskutieren.»

Margaritha Muelli, Vorstandspräsidentin des Familienzentrums, bedauert den Entscheid. «An der nächsten Vorstandssitzung werden wir besprechen, wie es weitergeht», sagt Mülli. «Es freut mich aber sehr, dass die Gemeinde Wettingen weiterhin zu Gesprächen bereit ist», ergänzt sie.