Baden
Dem regionalen Familienzentrum fehlt das Geld: Zukunft ist ungewiss

Das «Karussell» hat neue Räume gefunden, die Finanzierung bleibt aber weiterhin fraglich. Der Gemeinderat Wettingen lehnt einen jährlichen Betriebskostenanteil von 100000 Franken ab.

Stefanie Suter
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Daniela Berger (Stadträtin Baden, von links), Margaritha Muelli(Vorstandspräsidentin) und Kathie Wiederkehr (Betriebsleiterin).ssu

Daniela Berger (Stadträtin Baden, von links), Margaritha Muelli(Vorstandspräsidentin) und Kathie Wiederkehr (Betriebsleiterin).ssu

Seit 15 Jahren ist das Familienzentrum Karussell in Baden Anlaufstelle für die Fragen und Probleme von Eltern. Um die Zukunft zu sichern, hat der Trägerverein im letzten Sommer entschieden, ein professionelles Familienzentrum für die Region Baden aufzubauen. Dazu braucht das «Karussell» grössere Räume und eine langfristig sichergestellte Finanzierung.

Familienzentrum: Das «Karussell»

1999 eröffnete der Verein «Familienzentrum Karussell Region Baden» eine Anlaufstelle für Eltern. Das Ziel: Vätern und Müttern soziale Kontakte und den Erfahrungsaustausch ermöglichen. Die Stadt Baden unterstützte das «Karussell» mit jährlich 20 000 Franken, 2013 wurde der Beitrag auf 60 000 Franken erhöht. Die Gemeinde Wettingen leistete zuerst einen jährlichen Beitrag von 5000 Franken, seit zwei Jahren sind es 10 000 Franken. Das «Karussell» kämpft immer wieder mit finanziellen Problemen. Um die Zukunft zu sichern, will das Familienzentrum professioneller und in der Region anerkannter werden. Dazu sind grössere Räume und eine langfristige Sicherstellung der Finanzierung nötig. Neue Räumlichkeiten hat das «Karussell» im Gebäude des gemeinnützigen Frauenvereins Baden an der Haselstrasse bereits gefunden. (SSU)

Das erste Ziel ist mit den neuen Räumlichkeiten an der Haselstrasse erreicht. Und Ende Februar hiess der Badener Stadtrat den Finanzierungsantrag von jährlich 200 000 Franken für das vierjährige Pilotprojekt «Haselstrasse» gut.

Nun gerät das Projekt ins Stocken: Der Gemeinderat Wettingen lehnt den jährlichen Betriebskostenanteil von 100 000 Franken und den einmaligen Investitionskostenbeitrag von 50 000 Franken für die Weiterentwicklung des Familienzentrums ab. «Der Gemeinderat anerkennt die Leistungen des Familienzentrums Region Baden ausdrücklich», heisst es auf Nachfrage. So leistete Wettingen finanzielle Unterstützung von anfänglich 5000 Franken und verdoppelte den Beitrag vor zwei Jahren auf 10 000 Franken.

«Diesen Beitrag werden wir auch weiterhin entrichten, aber eine Erhöhung um 1000 Prozent kommt nicht infrage», teilt der Gemeinderat mit. Diese Erhöhung würde vor dem Einwohnerrat nicht Stand halten. Es gäbe bereits verschiedenste ähnliche Angebote in der Region. Zudem unterstütze die Gemeinde die regionale Mütter- und Väterberatung mit rund 175 000 Franken jährlich. «Der Gemeinderat ist aber gerne bereit, mit dem Vorstand des Familienzentrums über ein angepasstes Konzept zu diskutieren.»

Margaritha Muelli, Vorstandspräsidentin des Familienzentrums, bedauert den Entscheid. «An der nächsten Vorstandssitzung werden wir besprechen, wie es weitergeht», sagt Mülli. «Es freut mich aber sehr, dass die Gemeinde Wettingen weiterhin zu Gesprächen bereit ist», ergänzt sie.

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