Die Reformierte Kirchgemeinde Baden lässt sich ihren 300. Geburtstag zwar etwas kosten. Sonst ist Sparen angesagt. Für 2014 ist ein Defizit von 230 000 Franken budgetiert bei einem Aufwand von 6,17 Mio.Franken (2013: 6,4), der Steuerfuss bleibt bei 18 Prozent. Die Steuereingänge seien zurückgegangen, begründet Heiko Müller, Präsident der Finanzkommission, das Defizit.

Demografie ist schuld

«Wir haben einen leichten Einbruch», bestätigt Daniel Strebel, Präsident der Kirchenpflege. Die Kirchenaustritte halten sich laut Strebel im gewohnten Rahmen und würden weitgehend durch Neuzuzüge kompensiert. Es liege vielmehr an der demografischen Entwicklung. «Wir verlieren steuerkräftige Jahrgänge», sagt Strebel.

Bei den 20- bis 40-Jährigen sei die Kirchgemeinde überproportional gut vertreten. Dagegen verzeichne man bei den 40- bis 60-Jährigen eine Rückgang.

Es trifft auch Institutionen

Für 2015 seien konkrete Massnahmen geplant, die mit den Kommissionen diskutiert würden. Laut Strebel wird es alle Teilkirchgemeinden treffen, also Baden-Ennetbaden, Ehrendingen-Freienwil, Obersiggenthal und Untersiggenthal. Nur auf diesem Weg könne eine ausgeglichenes Budget ab 2015 erwarten werden.

Gespart wird massiv bei den Beiträgen an Institutionen, die bislang von der Kirche profitiert haben und nun verstärkt vom Goodwill der weltlichen Gemeinden und andern Spendern abhängig werden. Nicht tangiert sind Organisationen, wo Kirchgemeinden die Trägerschaft bilden, so die Interkonfessionelle Eheberatungsstelle.

Weitere Zuwendungen in fünfstelliger Höhe sind dem Rotstift zum Opfer gefallen, so ans Heks, an den Mittagstisch und andere.

Auch Katholiken müssen sparen

Ähnliches ist die Situation bei der Katholischen Kirchgemeinde Baden-Ennetbaden. «Wir spüren es bei den Mutationen», erklärt Treuhänder Joseph Meier, Finanzverwalter der Kirchgemeinde. Früher habe man Zuwachs aus katholischen Stammlanden wie Italien, Spanien und Portugal erhalten.

Heute seien es Zuzüger aus andern Gegenden, mit anderem oder ohne konfessionellen Hintergrund. Ebenso habe sich die wirtschaftliche Situation auf die Einkommens- und Vermögenssteuern ausgewirkt. Weil die Kirchen Aargau nicht an den Aktiensteuern teilhaben, werden ihre Steuern allein von den natürlichen Personen bezahlt. «Wir verzeichnen seit zwei Jahren einen Steuerrückgang», sagt Meier; im Rechnungsjahr 2012 war er massiv.

Die Kirchenpflege hat reagiert, Prioritäten gesetzt und überall nach Sparmassnahmen oder neuen Einnahmequellen gesucht. Auch bei kirchlichen Aktivitäten müsse man Abstriche machen, heisst es bei der Kirchgemeinde. Erste Bereinigungen bei den Ortskirchen hätten stattgefunden. Die katholische Kirche müsse ebenfalls bei den Quersubventionierungen sprich Beiträgen an andere Organisationen und Institutionen auf die Sparbremse treten, sagt der Finanzverwalter.