Baden/Dättwil
Deponie Sommerhalde wurde für 1,2 Millionen Franken saniert

Eine knapp 20 Jahre lange Sanierungsgeschichte ist beendet. 1993 begannen die Untersuchungen. Ab 2001 wurden bis 2009 bei abgesenktem Grundwasserspiegel die Bodenluft abgesaugt und von 8 Kilogramm CKW gereinigt.

Roman Huber
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Geologe Jürg Stäuble erläutert die Situation der einstigen Deponie Innere Sommerhalde in Dättwil

Geologe Jürg Stäuble erläutert die Situation der einstigen Deponie Innere Sommerhalde in Dättwil

Roman Huber

Inklusive Untersuchungen und Planung kostete die Sanierung 1,2 Mio. Franken. Wie Georg Schoop, Leiter Stadtökologie, mitteilt, handelt es sich somit um zweifellos die teuerste Sanierung im Aargau, gemessen an den sanierten CKW-Stoffen. Zum Vergleich: Auf dem ABB-Areal in Baden Nord wurden 20 Tonnen CKW-Stoffe sichergestellt.

Ein Teilaushub als Sanierungsmassnahme wurde im Jahr 2009 zwar geplant, vom Kanton jedoch aufgrund unverhältnismässig teurer Kosten sistiert. Zudem hatten die Messungen in der Zwischenzeit ergeben, dass die Toleranzwerte eingehalten werden. Ebenso ist die Wasserqualität in den Laufbrunnen, die von der früheren Quelle Blättlerchuchi gespiesen werden, gewährleistet, wenn auch die Werte teilweise leicht über dem Toleranzwert liegen. Dennoch wird an den betreffenden Brunnen noch das Schild „Kein Trinkwasser" angebracht.

Der Grundwasserspiegel ist seit einem Jahr auf dem ursprünglichen Stand. Die Überprüfung zeigt, dass die Sanierung erfolgreich war. Während der nächsten drei Jahren wird die Deponie noch an 7 Prüfstellen vierteljährlich überwacht.

Alte Deponie-Sünde

Bis 1963 wurde in der inneren Sommerhalde sowohl auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dättwil als auch auf dem Grundstück der Ortsbürgergemeinde Baden Kies abgebaut. Im 1963 wurde wegen Revisionsarbeiten an der Kehrichtverbrennungsanlage der Abfall aus der Stadt Baden deponiert. Danach wurden noch viele Jahre Industrieabfälle und Bauschutt entsorgt. 1992 entdeckte man in der Quellfassung Blättlerchuchi chlorierte Kohlenwasserstoffe. Nachdem das Kantonsspital und das Forschungszentrum der ABB als Verursacher nicht in Frage gekommen waren, fiel der Verdacht rasch auf die ehemalige Deponie.

1993 wurde die Deponie geschlossen und überdeckt. 1994 begannen die technischen Untersuchungen. Zwischen 2001 und 2009 wurde die Bodenluft abgesaugt und von CKW gereinigt. Zuvor liess man den Grundwasserspiegel um rund 10 Meter absenken, befand sich doch die Deponie auf der Wasserscheide des Grundwasserstroms. Seit 2011 befindet sich der Grundwasserspiegel wieder auf dem alten Niveau, was bei ersten starken Regenfällen in der Nachbarschaft für feuchte Überraschungen sorgte.

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