Würenlos

Der 12-Jährige Marc Ciprian begeistert Musical-Fans

Marc Ciprian fühlt sich zu Hause im Garten und auf der Bühne wohl.FEi

Marc Ciprian fühlt sich zu Hause im Garten und auf der Bühne wohl.FEi

Marc Ciprian hat es als Florian von der Schulbank auf die Musicalbühne in Zürich geschafft.In der Schule war er beim Vorsingen nervöser als jetzt auf der grossen Bühne im Theater 11 in Oerlikon.

Nein, der Name Udo Jürgens habe ihm früher nichts gesagt, sagt Marc Ciprian. Mittlerweile kennt er die Texte von dessen Hits auswendig. Zumindest die, welche im Musical «Ich war noch niemals in New York» gesungen werden.

Der 12-jährige Würenloser ist einer der zehn Knaben, die den Florian spielen – eine Hauptrolle im Musical. Mindestens einmal pro Woche steht er im Theater 11 in Oerlikon auf der Bühne. «Florian ist cool und witzig», sagt Marc. Genau wie Florian könne auch er sein – «aber nur aus Spass».

Rund 300 Knaben hatten sich für die Musical-Rolle beworben, knapp 100 wurden eingeladen und mussten mehrere Casting-Runden überstehen. «Am Schluss war es schon ähnlich wie bei ‹Deutschland sucht den Superstar›», sagt Marc.

Der Würenloser tanzt seit fünf Jahren. Gesangsunterricht hatte er zuvor noch nie. «In der Freizeit singe ich oft für mich», erzählt Marc. Seine Mutter ergänzt: «Wer bei uns vorbeifährt, hört ihn schon von weitem.»

Neu war für ihn das Singen vor Publikum. Vorher habe er höchstens vor der Klasse gesungen, und das nur, wenn er musste – «da war ich fast nervöser, als ich es jetzt auf der Bühne bin», sagt Marc. Er singt vor über tausend Leuten ganz alleine den Hit «Mit 66 Jahren» und peppt ihn mit einem Rap-Part auf.

Seinen ersten Auftritt als vorlauter Florian hatte Marc Ende Januar. Wie viele Vorstellungen es mittlerweile waren, weiss er nicht mehr genau: «Ich habe irgendwann aufgehört, meine Auftritte zu zählen.» Was er aber ganz genau weiss – er will nach dem Musical bald wieder auf der Bühne stehen. «Es wäre schon schön, auch wenn ich nur mittanzen dürfte – Hauptsache auf der Bühne stehen», sagt er verschmitzt.

Zudem ist für ihn klar, dass er professioneller Musical-Darsteller werden will. Vermutlich müsse er für eine Musical-Ausbildung nach Deutschland oder Amerika, aber das sei kein Problem. Überhaupt scheint ihm vieles ziemlich leicht zu fallen.

Zwar gibt er zu, dass die Proben anstrengend sind, aber es mache Spass. An den Tagen nach den Auftritten muss er erst um 9 Uhr in die Schule. Nachzuholen habe er nicht viel - das klappe wunderbar, meint er.

Auch auf der Bühne bringt ihn nichts so schnell aus dem Konzept. Er habe sich noch nie einen Patzer geleistet. Aber einmal sei der Jeep, mit dem Florian und sein Musical-Vater von der Bühne fahren sollten, nicht angesprungen. «Nervös wurde ich nicht. Wir gingen einfach zu Fuss von der Bühne.»

Das Musical «Ich war noch niemals in New York», bis 2. Juni 2013, Theater 11, Oerlikon. www.musical.ch

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