Baden
Der Abschied von den Stammgästen fällt schwer

Mit Wehmut blicken die Mitarbeiter des Thermalbades in Baden der baldigen Schliessung entgegen. Damit verabschieden sich die Mitarbeiter nicht nur von ihrem Arbeitgeber, sondern auch von ihren Stammgästen.

Din Badara Ndiaye
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Mitarbeiterinnen des Thermalbades Baden: Slavica Vujicic, Luzia Schneider, Ruth Bill, Doris Neiser (v.l.).

Mitarbeiterinnen des Thermalbades Baden: Slavica Vujicic, Luzia Schneider, Ruth Bill, Doris Neiser (v.l.).

dnd

Es ist das Ende einer langjährigen Freundschaft. Nein, sogar das Ende einer grossen Familiengeschichte. Die Mitarbeiter des Thermalbades Baden verabschieden sich diese Woche nicht nur von ihrem Arbeitgeber, sondern auch von ihren Stammgästen. Das Thermalbad schliesst seine Tore.

«Der Abschied ist zum Teil wirklich hart», sagt Ruth Bill, Servicemitarbeiterin in der «Kafibar» des Thermalbades. Sie sorgt seit fünf Jahren für das leibliche Wohl der Gäste. «Wir waren jahrelang ein eingespieltes Team», so Bill.

Den Kontakt zu den Stammgästen habe sie sehr geschätzt. Mit der Zeit kannte man ihre «Mödeli» und Macken und wusste, wie damit umzugehen war. Zum Beispiel kämen am Donnerstag immer die gleichen Leute. «Viele erzählen mir ihre Geschichte». Man baue eine Beziehung zu ihnen auf.

Eine schrecklich nette Familie

Das mineralreichste Thermalbad der Schweiz schliesst nicht von heute auf morgen seine Tore. «Wir wussten schon lange, dass es irgendwann soweit ist», sagt Bill. Doch: «Ende Jahr wäre es besser gewesen». Jetzt sei es halt schon diesen Sommer soweit. Das Arbeitsverhältnis sei familiär gewesen und man habe viel Spass gehabt.

Unter den Mitarbeitern sei ein vertrautes Verhältnis entstanden. «Wir sind ein Team und verstehen uns ohne Worte», sagt Slavica Vujicic. Bereits seit neun Jahren betreut sie hier Badegäste. Sie ist auch in der Wäscherei und im Büro tätig. «Der Zusammenhalt ist sehr gross hier», so Vujicic.

Es sei eine grosse Freundschaft unter den Mitarbeitenden entstanden. Aber auch die Gäste wachsen einem ans Herz: «Diese Woche ist die schlimmste Zeit», sagt sie. Man müsse sich von allen langjährigen Bekanntschaften verabschieden. Ein «Auf Wiedersehen» für immer.

Noch wissen nicht alle Angestellten, wohin es für sie nach der Schliessung beruflich gehen wird. «Wir unterstützen einander bei der Stellensuche», sagt Vujicic.

«Ich habe noch einen Nebenjob», sagt Luzia Schneider, Empfangs-Mitarbeiterin. Auch einige der anderen Mitarbeitenden haben durch eine Teilzeitanstellung ein zweites Standbein.

«Die Schliessung des Bades hinterlässt ein grosses Loch», so Schneider. Das Thermalbad gehöre einfach zu Baden. Heute Freitag und morgen Samstag kann nochmals im Thermalbad gebadet werden. Als Erinnerungsgeschenk erhalten die Gäste ein Badetuch.