Wettingen

Der älteste Kreisel im Aargau erstrahlt in neuer Frische – das sorgt für Diskussionen

Der Rathauskreisel wurde in den letzten Wochen umgebaut.

Der Rathauskreisel wurde in den letzten Wochen umgebaut.

33 Jahre nach seiner Einweihung sorgt das Rondell beim Wettinger Rathaus wieder für Gesprächsstoff.

1987 wurde in Wettingen, beim Rathaus an der Kreuzung Alberich-Zwyssig-/Zentralstrasse, der erste Kleinkreisel der Deutschschweiz eingeweiht. Zuvor gab es in der Schweiz nur Grosskreisel. In den letzten Wochen wurde das Rondell beim Rathaus umgebaut. Neu hat es Granitflächen, Findlinge, Rasen, Gehölze und Stauden. Im September folgen dann noch Holzschnitte mit der Jubiläumszahl 975.

Durch die Umgestaltung des Innenbereichs fallen der Gemeinde künftig weniger Kosten an: Diese würden jährlich mindestens halbiert, sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. Vorher, als die Insel nur einige Rosensträucher und viel trockenes Gras zierten, sei der Unterhalt immer aufwendiger geworden. Die Unkrautbekämpfung habe sehr viel Personal und Chemieeinsatz erfordert – und trotzdem sei diesen Pflanzen nicht beizukommen gewesen. «Die Kosten für die Pflege von Blumen und Rasenfläche beliefen sich in den vergangenen Jahren auf rund 20'000 Franken jährlich», so Blickenstorfer.

Die Umgestaltung kostete 10'000 Franken. Schon als das Baugesuch Ende Mai auflag, äusserten sich Wettinger Einwohnerinnen und Einwohner kritisch dazu; und auch während der jetzigen Umbauphase sorgte das Thema auf Facebook für Diskussionen: Die Neugestaltung sei reine Geldverschwendung. Es gibt aber auch Stimmen, die sich über das neue Gesicht des Kreisels freuen.

Am Anfang stand der Wettinger Kreisel

Der Kreisel sorgte schon vor seiner Entstehung für Gesprächsstoff. 1985 war’s, als es dem Aarauer Verkehrsingenieur Hans Ruedi Schilling, damals als Verkehrsplaner in Wettingen tätig, gelang, die Behörden von einem Kreisel zu überzeugen. Damit löste er sozusagen einen Kreiselboom im Aargau aus – über 150 Kreisel sind inzwischen entstanden. In einem Artikel in dieser Zeitung, in dem Schilling als ­«Vater der Kreisel» bezeichnet wurde, erklärte er, diesen aber nicht erfunden, sondern von den Engländern abgeschaut zu haben.

Man hatte eine Lösung für die damalige Kreuzung gesucht, an der es viele Unfälle gegeben habe, auch tödliche. Vor der Realisierung standen über ein Dutzend Beamte, Verkehrsfachleute und Angestellte des Busbetriebs vor der Rathauskreuzung. «Die einen befürchteten Unfälle und die andern waren überzeugt, dass die Busse da nie und nimmer durchkommen», sagte Schilling. Nachdem die erste Skepsis überwunden war, wurde das Unterfangen gewagt – erst nur im Versuchsbetrieb mit ausgesteckten Pfosten, dann wurde der richtige Kreisel gebaut. 

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