Baden
Der Armut auf der Spur – Ein Rundgang von Caritas klärt auf

Caritas lädt zu einem Rundgang, der Einblick in den Alltag armutsbetroffener Menschen gibt.

Carla Stampfli
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Neben Sozialhilfeempfängern, einsamen Menschen und Working Poor sind vor allem auch alleinerziehende Mütter von Armut betroffen.Christoph Schürpf/key

Neben Sozialhilfeempfängern, einsamen Menschen und Working Poor sind vor allem auch alleinerziehende Mütter von Armut betroffen.Christoph Schürpf/key

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530 000 Menschen leben in der Schweiz in Armut – 6,6 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung. Doch wer sind diese Menschen? Mit welchen Herausforderungen haben sie zu kämpfen, und ist die Armut auch im Aargau verbreitet?

Um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, hat Caritas Aargau das Projekt «Unten durch» in sieben Städten und Dörfern des Kantons lanciert – so auch in Baden. Dabei wird die Sozialarbeiterin des Kirchlichen Regionalen Sozialdiensts Baden, Myriam Zobrist, gemeinsam mit den Laienschauspielern Gabi Schenker und Joel Dätwyler interessierte Personen durch die Innenstadt führen und ihnen einen Einblick in den Alltag von armutsbetroffenen Menschen geben.

«Die Armut wird kaum wahrgenommen, und wenn, wird das Thema tabuisiert», sagt Ruth Treyer, Leiterin des Kirchlichen Regionalen Sozialdiensts Baden. Mit den Rundgängen wolle man den Diskurs rund um die Armut anregen und Wissen sowie Hintergründe vermitteln. «Viele glauben, dass vor allem Sozialhilfeempfänger arm seien.»

Doch besonders von Armut betroffen seien alleinerziehende Mütter, Familien mit drei Kindern oder mehr, alleinstehende oder einsame Menschen. «Hinzu kommen Personen, die eine ungenügende Bildung haben oder in prekären Arbeitsverhältnissen leben und sogenannte Working Poor», erklärt Treyer. Letztere sind Menschen, die arbeiten und es mit dem Einkommen aus dieser Arbeit trotzdem nicht über die Armutsgrenze schaffen.

Rollenspiel an sechs Stationen

Bei ihrem Rundgang durch Baden werden Zobrist, Schenker und Dätwyler das Publikum an sechs ausgewählten Stationen spielerisch herausfordern. «Auch in unserer Familiengeschichte gab es Zeiten mit Arbeitslosigkeit», begründet Schenker ihre Motivation für die Teilnahme am Projekt. Die Zeiten seien hart gewesen und sie erinnere sich nicht gerne daran. «Ich finde es aber spannend, dass sich die Besucher auf diese Weise mit dem Thema auseinandersetzen können», sagt die Laienschauspielerin.

Am Projekt von Caritas Aargau beteiligt ist auch Theaterfachmann Hannes Leo Meier. «Er war von Anfang an dabei und hat die Texte und die Geschichten geschrieben, die von den Laienschauspielern vorgetragen werden», sagt Ruth Treyer.

Gestartet ist das Projekt Anfang Mai in Wohlen. «Der Rundgang war sehr gut besucht und rasch ausgebucht», freut sich Treyer. Caritas Aargau hofft nun, dass sich auch in Baden das Publikum für die Rundgänge begeistern lässt.

«Unten durch»: Am 1. und 8. Juni, 19 Uhr; Stadtpfarrkirche, Kirchplatz Baden. Der Rundgang ist kostenlos, eine Anmeldung erwünscht: 056 210 93 55 oder ti@caritas-argau.ch.

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