Baden

Der Ausverkauf lohnt sich nicht für alle Geschäfte

Das Sportgeschäft Sidestep: Die Rabattschilder locken Kunden an.

Das Sportgeschäft Sidestep: Die Rabattschilder locken Kunden an.

Die Schnäppchenjagd hat begonnen – die Textilbranche profitiert am meisten. Und nicht alle Läden reduzieren ihre Ware.

In den Schaufenstern hängen die Prozentschilder. Es ist Ausverkauf. Nach dem grossen Weihnachtsansturm kommen jetzt die Schnäppchenjäger zum Zug. Die nicht verkaufte Ware kann nun zum reduzierten Preis erstanden werden.

Doch nicht alle Läden reduzieren ihre Ware. Christine Siegrist, Filialleiterin des Bücher Doppler in der Badstrasse, sagt: «Für uns lohnt sich ein Ausverkauf nicht.» Schliesslich hätten Bücher kein Verfallsdatum und kämen auch nicht aus der Mode. Das Weihnachtsgeschäft sei aber gut gelaufen. Das grosse Geschäft habe sich auf die Tage vor dem Fest konzentriert.

Beim Optiker und Fotoladen Kovats lief das Weihnachtsgeschäft eher schlecht. Geschäftsinhaber Gabor Kovats sagt, er habe Ähnliches von Geschäftskollegen gehört. Eine Erklärung dafür hat er nicht wirklich. Auch einen Ausverkauf gibt es dieses Jahr nicht.

«Der Ausverkauf bringt uns nicht den gewünschten Erfolg», sagt er. In der Optik gebe es nur wenige Modeerscheinungen. Möglicherweise seien die Leute nach Weihnachten übersättigt und springen darum nicht auf den Ausverkauf an. «Service und Qualität sind unseren Kunden wichtiger als ein Schnäppchen zu machen», sagt Kovats.

Halbe Preise allüberall: In Baden ist Ausverkauf

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In der Textilbranche siehts anders aus: Der Geschäftsinhaber der Jeans Boutique Alfons Zimmermann ist zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Der Ausverkauf startet jeweils zwischen Weihnachten und Silvester und dauert bis Februar. «Wir haben aber das ganze Jahr über reduzierte Ware im Untergeschoss», sagt Zimmermann.

Auch beim Sportgeschäft Sidestep in der Weiten Gasse ist der Verkauf um die Weihnachtszeit gut gelaufen, wie Filialleiterin Jasmine Binggeli sagt. Vor den Festtagen seien viele Gutscheine verkauft worden. Der Ausverkauf laufe bereits länger, die Plakate hängen aber erst seit Kurzem. Den Unterschied merkt Binggeli: «Der Ausverkauf zieht die Kunden an.»

Nach Weihnachten werden die Artikel für die Hälfte des Preises oder sogar noch weniger angeboten. Auf der Strasse angesprochen, ärgern sich einige Leute darüber. Hätten sie zwei Wochen gewartet, hätten sie zum gleichen Preis zwei paar Schuhe statt einem bekommen. Die Kunden sind sich zwar bewusst, dass die Preise nach dem Fest massiv fallen, Geschenke müssen sie aber dennoch besorgen.

Der Ausverkauf ist ein Vorteil für all diejenigen, die erst am 6. Januar feiern, beispielsweise orthodoxe Katholiken. Wer sich dennoch über den Tisch gezogen fühlt, kauft Kerzen, Geschenkpapier und Weihnachtsdekoration schon jetzt für die nächste Weihnacht – aber ohne Adventsstimmung.

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